Lesermeinung

Zu den Amazon-Plänen in Gmünd:

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Ja, wenn der Gmünder OB sich was in den Kopf gesetzt hat, dann zieht er es durch. Und jetzt will er halt offenbar unbedingt Amazon in Gmünd haben. Seine Hauruck-Methode durch die Vordertür hat beim ersten Mal nicht funktioniert, also wird eben ein neuer Weg durch die Hintertür gesucht.

Ja, wenn der Gmünder OB sich was in den Kopf gesetzt hat, dann zieht er es durch. Und jetzt will er halt offenbar unbedingt Amazon in Gmünd haben. Seine Hauruck-Methode durch die Vordertür hat beim ersten Mal nicht funktioniert, also wird eben ein neuer Weg durch die Hintertür gesucht. Die personellen Kahlschlag-Maßnahmen bei Bosch und die allgemeinen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise spielen ihm da natürlich in die Hände, so dass dem Gmünder Stadtrat am Ende gar nichts anderes übrig blieb, als einer Standort-Besichtigung zuzustimmen. Und wie man sieht und liest, ist Amazon "eine ganz normale" Firma. Wie schön. Wer bitte ist denn so naiv, zu glauben, dass bei einer Betriebsbesichtigung bei Amazon irgendein Betriebsangehöriger – das schließt selbstverständlich auch den zitierten Betriebsratsvorsitzenden mit ein – etwas Negatives über besagten Betrieb äußern wird? Wie heißt es so schön: "Wes' Brot ich ess', des' Lied ich sing."

Bei einer Firmenpräsentation wird man Besucher wohl kaum auf eventuelle Missstände aufmerksam machen.

Amazon steht für schlechte Bezahlung, extrem hohe Mitarbeiterbelastung und mieses Betriebsklima. Befristete Arbeitsverträge sind Standard. Wer sich beschwert oder für bessere Arbeitsbedingungen in Verbindungen mit Gewerkschaften auf die Straße geht, kann sich gleich einen neuen Job suchen.

Und so einen Arbeitgeber will man sich vor die Tür holen?

Ulrike Bulling, Lorch

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