Lesermeinung

Zu Gesundheitsminister Spahn

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Wen wundert's, wenn bei solchen vollmundigen Versprechungen, wie jenen von Herrn Spahn, den Pflegekräften 1000 bis 1500 Euro Bonus zu bezahlen und jetzt davon abrückt, Politikverdrossenheit und Unglaubwürdigkeit aufkommen.

Wen wundert's, wenn bei solchen vollmundigen Versprechungen, wie jenen von Herrn Spahn, den Pflegekräften 1000 bis 1500 Euro Bonus zu bezahlen und jetzt davon abrückt, Politikverdrossenheit und Unglaubwürdigkeit aufkommen. Am Besten wäre es, wenn er in die Lage käme, dass er seinen leiblichen Zustand nicht mehr unter Kontrolle hätte und in seinen eigenen Ausscheidungen von oben und unten her stundenlang ausharren müsste ohne seinen Sonderstatus in dieser Lage zu genießen. Ach, wie wäre das schön, wenn in dieser Situation so eine "einfache" Schwester oder Pfleger vorbeikommen würde und ihm aus dieser misslichen Lage zur Hilfe käme. So würde er wohl einsehen, wie unersetzlich solche Menschen sind. Deshalb ist es auch wichtig, den Beruf ordentlich zu bezahlen, sodass auch junge Leute ihn noch ergreifen möchten. Aber bei den derzeitigen Bedingungen und Bezahlung ist die Nachfrage verständlicherweise gering. In Altenpflege-, Hospiz-und Palliativeinrichtungen sind einfühlsame Pflegekräfte für Angehörige und Sterbende sowie Einsame oft die Letzten, die trösten und beistehen oder ihnen ihre warme Hand geben. Rettungsdienste sind ebenfalls unterfinanziert und für ihren hohen Einsatz schlecht belohnt. Das ganze Gesundheitssystem leidet unter Sparmaßnahmen, während für andere Personen, die im Blickpunkt der Politiker stehen, genug Geld da ist und verschwendet wird. Herr Spahn hat mit der Abkehr seiner Zusage, einen Sonderbonus zu bezahlen oder auf andere Geldgeber abzuwälzen, an Glaubwürdigkeit und Ansehen verloren.

Elfriede Schmitt, Ruppertshofen

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