Lesermeinung

Zu Müllsparsack soll verschwinden, SchwäPo, 5. Mai:

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"Kein Giftmüll aufs Land!" Das war der Slogan in den 90er Jahren auf der Ostalb. Damals haben Bürger aufbegehrt gegen die geplante Giftmüll-Verbrennungsanlage in Hüttlingen.

"Kein Giftmüll aufs Land!" Das war der Slogan in den 90er Jahren auf der Ostalb. Damals haben Bürger aufbegehrt gegen die geplante Giftmüll-Verbrennungsanlage in Hüttlingen. Viele sind auf die Straße gegangen, haben sich solidarisiert, um diese Anlage zu verhindern. Es wurde ein "Müll-Bewusstsein" geschaffen, dass nicht für alle Regionen Deutschlands repräsentativ war. Bürger haben gelernt, Restmüll auf ein Minimum zu begrenzen. Als 1999 die GOA eine Restmüll-Reform durchgeführt hat, musste sie, auf Druck der Bevölkerung, klein beigeben und bot den 30-Liter-Restmüllsack für "Müllsparer" als Alternative zur schwarzen Tonne an.

Doch nach über 20 Jahren Müllsparens, soll der 30-Liter-Sack eingestellt werden, und allen Bürgern (Drei- und Zweipersonen-Haushalte) wird die 60-Liter-Mülltonne vorgeschrieben.

Der Grund erscheint mir etwas fadenscheinig: 30-Liter-Säcke seien schuld an wilden Müllablagerungen im Wald. Leider beobachte auch ich diese beschämenden Müllablagerungen, jedoch wird dieser Müll sicher nicht in bezahlten, schwarzen GOA-Säcken wild abgelagert! Vielmehr zeigt die Streichung, dass auch auf der Ostalb das "System Müll" inzwischen krankt: Es wird mehr und mehr Müll benötigt, um die Müll-Verbrennungs-Anlagen lukrativ zu betreiben. Ob diese hier oder in osteuropäischen Nachbarländern liegen, macht die Sache nicht besser, da so der kostbare Müll durch halb Europa gefahren werden muss. Muss das sein? Die GOA-Pläne sind für die müllbewusste Ostalb ein Schlag ins Gesicht. Dass der müllsparende Bürger ab 2021 mit einer 60-Liter-Tonne abgestraft wird und auf den 30-Liter-Sack verzichten muss, finde ich (..) skandalös. Was sind die wirklichen Gründe hierfür? Was habe ich in all den Jahren falsch gemacht mit meiner peniblen Mülltrennung? Aber vielleicht bin ich zu alt, um dies zu verstehen.

Martin Stark, Oberkochen

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