Pflege statt Kampfflieger

Zu Plänen des Verteidigungsministeriums:

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Es gibt in Deutschland über 970 Tafelläden, wo Tausende, vor allem Rentner, anstehen, weil sie sich eine tägliche warme Mahlzeit nicht leisten können.

Es gibt in Deutschland über 970 Tafelläden, wo Tausende, vor allem Rentner, anstehen, weil sie sich eine tägliche warme Mahlzeit nicht leisten können. Das ist beschämend für unseren Sozialstaat. Und wenn es die Politik nicht schnell begreift, wird Altersarmut bei künftigen Rentnern dramatisch zunehmen.

Und da pocht in diesen schweren Corona-Tagen Verteidigungsministerin und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer unaufhörlich auf die Anschaffung von Kampfflugzeugen mit einer möglichen Bestückung von Atomwaffen und Kosten von 7,5 Milliarden Euro. Sind wir nicht alle aufgefordert, die Milliarden für Rüstung zu stoppen und das Geld sinnvoller in den Gesundheitsbereich zu investieren? ‘Internationale Ärzte in sozialer Verantwortung' bringen es auf den Punkt: Statt 7,5 Milliarden für deutsche Atombomben auszugeben, könnten mit dem Geld 100 000 Intensivbetten, 30 000 Beatmungsgeräte, 60 000 Pflegekräfte und 25 000 Ärztinnen und Ärzte bezahlt werden. Ich bin tief überzeugt davon, dass wir für Katastrophen oder Pandemien viel mehr Kapazitäten in Kliniken, Pflege- und Seniorenheimen brauchen, vor allem mehr Personal, das anständig finanziert werden muss, statt Atombomben. Zumindest haben in diesen Zeiten viele mitbekommen, dass Gesundheit keine Ware ist, und Kliniken, Pflege und Seniorenheime nicht nach wirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet sein dürfen. Verantwortbares politisches Handeln darf nicht warten.

Karl Maier, Aalen-Unterkochen

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