Harmloser Unfug?

Zu "PolitikerInnen, Politiker*innen [...] in der Ausgabe vom 12. März

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"Hat wohl ein Volk [...] etwas Lieberes als die Sprache seiner Väter? In ihr wohnt sein ganzer Gedankenreichtum an Tradition, Geschichte, Religion und Grundsätzen des Lebens, alle sein Herz und Seele" - schrieb einst Johann Gottfried Herder.

"Hat wohl ein Volk [...] etwas Lieberes als die Sprache seiner Väter? In ihr wohnt sein ganzer Gedankenreichtum an Tradition, Geschichte, Religion und Grundsätzen des Lebens, alle sein Herz und Seele" - schrieb einst Johann Gottfried Herder. In politischen und akademischen Echokammern ist in den letzten 20 Jahren eine Parallel-Sprache entstanden, die über die Lebensrealitäten der Normalbürger hinweggeht und bisher von den meisten als harmloser Unfug belächelt wurde. Getreu dem Grundsatz, keine Krise ungenutzt zu lassen, soll sie dem coronageplagten Publikum jetzt anscheinend im Moment der Schwäche untergeschoben werden. Speziell die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und die Duden-Redaktion (die es besser wissen müsste) scheinen darin ihren Auftrag zu sehen. Die Menschen würden sich schon daran gewöhnen, heißt es lapidar.

Ja, es stimmt: Sprache hat sich im Lauf der Zeit immer verändert. Aber von unten nach oben, als basisdemokratischer Prozess. Und nicht umgekehrt.

Christoph Remmele, Ellwangen

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