Lesermeinung

Zu "Scholz räumt bei der Bafin auf" vom 3. Februar

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Es hat lange gedauert, bis das Bundesfinanzministerium auf den Wirecard-Skandal reagiert hat. Dabei liegt es auf der Hand, dass die Finanzaufsicht reformiert und gestärkt werden muss.

Es hat lange gedauert, bis das Bundesfinanzministerium auf den Wirecard-Skandal reagiert hat. Dabei liegt es auf der Hand, dass die Finanzaufsicht reformiert und gestärkt werden muss. Nun "räumt" also Bundesfinanzminister Scholz nach einer "schonungslosen Analyse auf" – so die Schwäpo vom 3. Februar.

Wenn die Bafin derzeit sage und schreibe 2700 Beschäftigte aufweist, so kann allerdings die Entlassung des Präsidenten und Vizepräsidenten nicht als Aufräumen bezeichnet werden. Die neue Spitze soll fachliche Kompetenz und Erfahrung mitbringen. Dies sollte doch selbstverständlich sein,wirft aber die Frage auf, ob dies bisher nicht der Fall war. Unverständlich ist, dass eine Offenlegungspflicht der Aufsicht nicht vorgesehen ist. Basis des vorgelegten Planes ist eine Analyse des Beratungsunternehmen Roland Berger. Normalerweise kommt es dabei zu einem Personalabbau. Umso erstaunlicher ist es, dass hier zu den 2700 Beschäftigten noch 20 bis 60 Experten und später noch 40 bis 80 Fachleute dazukommen sollen. Nach einer "schonungslosen Analyse" ist der vorgelegte Plan doch recht dünn.

Es bleibt zu hoffen, dass er in wichtigen Punkten ergänzt und nachgebessert wird. Einen Fall Wirecard darf es nicht mehr geben.

Dr. Dieter Bolten

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