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Flächennutzungspläne, Bebauungspläne oder Flurbereinigungsverfahren berücksichtigen Umweltbelange in einem sehr starken, vom Gesetzgeber vorgegebenen Maß.

Flächennutzungspläne, Bebauungspläne oder Flurbereinigungsverfahren berücksichtigen Umweltbelange in einem sehr starken, vom Gesetzgeber vorgegebenen Maß. Anders als noch vor 10 bis 15 Jahren. Und das ist gut so! Denken Sie nur an zugehörige Landschaftspläne, Grünordnung, Umweltbericht, Schutz von Biotopen und deren Vernetzung sowie gefordertem ökologischen Ausgleich. Überdüngte Äcker und Wiesen sind auch kein Wert an sich. (...) Gute Vorgaben in Bebauungsplänen für Gewerbe- und Wohnbaugebiete können bei Reduzierung der "natürlichen" Fläche (Quantität) die Qualität des überplanten Gebietes und/oder der zugehörigen Ausgleichsflächen erhöhen. In Deutschland (...) wird der ökologische Ausgleich gemäß Vorgabe des Gesetzgebers und dann auf Druck der Behörden auf Nach-Kommastellen berechnet. Die Umsetzung wird meist nur ungenügend vollzogen und überwacht.

Ein paar Anregungen: Mitglieder des Nabu könnten Kommunen ein kostenloses Monitoring anbieten (...). Gemeinderäte könnten (...) die Maßnahmenumsetzung selbst "überwachen" (...), endlich flächendeckend Dach- und Fassadenbegrünungen einfordern, besonders in Gewerbegebieten, jedem "Häuslebauer" zum Einzug einen einheimischen Laubbaum schenken und werbewirksam einpflanzen

Einzelbeispiele wie die Fotos von Mutlangen sind weder repräsentativ, noch bringen sie uns einer Lösung näher. Im besagten Bildervergleich sind Wald- und Ausgleichsflächen in 50 Jahren größer geworden. Das BG Mutlanger Heide entstand auf einer ehemaligen Militärbrache. Innerörtliche Baulücken wurden in den vergangenen Jahren sehr stark reduziert, d.h. bebaut. (...) Lassen Sie uns doch gemeinsam (...) das eine tun und das andere nicht lassen: angedachten Flächenverbrauch kritisch hinterfragen, notwendige Entwicklungen ökologisch sinnvoll begleiten, Brachen umnutzen oder rückbauen und Baulücken präferieren, Umsetzung des ökologischen Ausgleichs (privater und öffentlicher) durchsetzen (...). Gestalten anstatt verbieten!

Stefan Kalmus

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