Lesermeinung

Zum Artikel "Bauern wollen Klima-Versicherung", 19. August:

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Alle Jahre wieder: Der Deutsche Bauernverband veröffentlicht rechtzeitig zum Sommerloch seinen Erntebericht. Und es ist wie jedes Jahr: Es wird wieder mal gejammert.

Alle Jahre wieder: Der Deutsche Bauernverband veröffentlicht rechtzeitig zum Sommerloch seinen Erntebericht. Und es ist wie jedes Jahr: Es wird wieder mal gejammert. Die Ernte sei schlecht wie nie. Das Wetter war wieder mal zu nass, zu trocken, zu feucht, zu warm, zu kalt ...

Anstatt die Ursache der Misere an der Wurzel zu packen, fordert der Frontmann des Bauernverbandes, Joachim Rukwied, wieder mal, Steuer-Millionen mit der Gießkanne über das Land zu verteilen. Dieses Mal soll es eine sogenannte Mehrgefahrenversicherung werden, mit Anschubfinanzierung durch den Bund in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr über einen Zeitraum von drei Jahren.

Besonders delikat: Der Präsident selbst sitzt im Aufsichtsrat mehrerer der Versicherungsanbieter, über die ein Tochterunternehmen seines Bauernverbandes diese Versicherung dann gewinnbringend verkaufen wird.

Nur die Bauern selber wurden noch nie zu dieser Thematik befragt. Sie gehen schon seit fast einem Jahr auf die Straße, um diese Politik der Subventionen abzuschaffen. Dabei wäre es so einfach, den Landwirten nachhaltig und ohne Steuergelder zu helfen. Nehmen wir das Beispiel Milch: Der Durchschnittsverbrauch pro Kopf an Frischmilch in Deutschland beträgt ca. 50 Liter. Würde jeder Bundesbürger nur 10 Cent für jeden Liter Milch mehr ausgeben, so wäre damit ein großer Teil der angeblichen Ernteschäden zu kompensieren.

Bekäme der Bauer nur einen Euro mehr für sein Rindfleisch, würden automatisch eine weitere Milliarde Euro an finanziellen Mitteln auf die Höfe kommen (...) Immer vorausgesetzt, diese Mehrerlöse kommen zu 100 Prozent beim Landwirt an (...).

Rupert Walter, Dietrichsweiler

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