Lesermeinung

Zum Artikel "Ein Schmelzofen und seine Geschichte" vom 26. Februar

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Bei allen Berichten zur SHW-Geschichte bzw. zur Eisenverarbeitung in der Region wird sehr gerne die Verleihungsurkunde vom 14. April 1365 genannt. Genau so gerne wird dann durch ungefähre Umschreibungen vom tatsächlichen Inhalt abgelenkt.

Bei allen Berichten zur SHW-Geschichte bzw. zur Eisenverarbeitung in der Region wird sehr gerne die Verleihungsurkunde vom 14. April 1365 genannt. Genau so gerne wird dann durch ungefähre Umschreibungen vom tatsächlichen Inhalt abgelenkt. "… wurde die Eisengewinnung und dessen -verarbeitung auf der Schwäbischen Alb erstmals schriftlich erwähnt." Tatsächlich verlieh damals Kaiser Karl IV. ein "Bergregal", also das Recht der Erzschürfung an den Grafen Ulrich d. J. von Helfenstein für dessen Herrschaftsgebiet. Dieser Graf residierte in der Burg Hellenstein oberhalb von Heidenheim. Er hat das Recht der Erzschürfung unverzüglich in die Tat umgesetzt. Demzufolge entstand die erste Eisenhütte auf der Schwäbischen Alb in Heidenheim. Sie wurde 1448 erstmals erwähnt. Mit Unterbrechungen wurde bis 1819 in Heidenheim Eisen erschmolzen. Das und vieles mehr kann man im 1965 erschienen Buch "Geschichte der Schwäbische Hüttenwerke" nachlesen, herausgegeben von den SHW selbst. Von dort entnommen ist offensichtlich auch: "… stammen rund 80 % der württembergischen Eisenproduktion aus Wasseralfingen." Genau gelesen steht aber dort sinngemäß: "… 80 % des vom königlichen Beschaffungsamt bestellten Bedarfes." Das ist ein erheblicher Unterschied.

Helmut Moser, Heidenheim

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