Lesermeinung

Zum Artikel "Für starke Frauen eingetütet" vom 8. März:

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Vor mehr als 100 Jahren wurde der internationale Frauentag eingeführt. Es ging den Frauen darum, sich für Gleichberechtigung von Mann und Frau einzusetzen.

Vor mehr als 100 Jahren wurde der internationale Frauentag eingeführt. Es ging den Frauen darum, sich für Gleichberechtigung von Mann und Frau einzusetzen. Dass wir diesen Tag noch heute benötigen und dieser in manchen Bundesländern sogar als offizieller Feiertag eingeführt wurde, zeigt meiner Meinung ganz deutlich, wie weit das damals gesetzte Ziel noch entfernt liegt.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass auch eine Geschenktüte mit Blumensamen für ein schönes Zuhause und dem obligatorischen "Kraft-Tee" für die sich stets aufopfernde Frau genau dies bestätigen. Erschreckenderweise war dies keine Initiative von Männern, die an diesem Tag, einmalig im Jahr die Leistungen der Frauen offen anerkennen.

Ich finde das dadurch vermittelte Bild sehr antiquiert und rückständig und hoffe, dass dies nicht generell die Sichtweise der Stadt Ellwangen im Umgang mit der Gleichberechtigung ist. (...)

Vielleicht wäre es angebracht, sich über die ursprünglichen Ziele der damaligen Frauenbewegung Gedanken zu machen und wie man es schaffen kann, diesem nach über 100 Jahren Hartnäckigkeit, Engagement und Eifer näher zu kommen. Ich denke Blümchen, Tee, Frauenfrühstück und Wohlfühlnachmittage sind nicht die geeigneten Instrumente.

Vielmehr sollte man als vorbildliche Kommune den Blick darauf lenken, Grundstrukturen anzubieten, die es einer jeden Frau ermöglichen ihre Lebensvorhaben und -vorstellungen, ohne Überwindung großer Hürden und Barrikaden, realisieren zu können. Ich finde, dass auch Jede/r eine Frau an der Seite verdient hat, die sich selbst verwirklichen kann und zu ihrer Partnerwahl aus tiefster Überzeugung steht (...)

Doreen Grässle

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