Lesermeinung

Zum Artikel "Junge Frau kritisiert Polizeieinsatz", erschienen in der GT am Mittwoch, 19. August:

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Kann man als Polizist heutzutage eigentlich irgendwas richtig machen? Ich glaube nicht. Führt die Polizei Drogen-Kontrollen durch, wirft man ihr (...) indirekt vor, dass es nur wegen ebendieser einen Kontrolle (...) zu den Ausschreitungen in Stuttgart gekommen ist.

Kann man als Polizist heutzutage eigentlich irgendwas richtig machen? Ich glaube nicht. Führt die Polizei Drogen-Kontrollen durch, wirft man ihr (...) indirekt vor, dass es nur wegen ebendieser einen Kontrolle (...) zu den Ausschreitungen in Stuttgart gekommen ist. Gehen sie freundlich und höflich auf einen von vielen Mitbürgern als harmlos eingestuften, aber mit Pfeil und Bogen bewaffneten "Waldschrat" zu, (...), müssen sie sich als "Dorfpolizisten" und "Waschlappen" beschimpfen lassen.

Jetzt stellt eine 20-Jährige ein Video auf Instagram ein, in dem sie sich beschwert, dass die Polizei Gewalt angewendet hat, weil sie sich auf Verlangen nicht ausgewiesen und anschließend losgerissen hat. Man hätte "normal" mit ihr reden müssen. Normal? Laut Polizei waren 300 Leute auf dem Platz, alle mehr oder weniger angeschickert mit einem entsprechenden Lärm-Pegel (...). Abstandsregeln wurden nicht eingehalten und den ausgesprochenen Platzverweisen haben sie nicht Folge geleistet. "Normale" Anweisungen wurden also offensichtlich überhaupt nicht beachtet. Was wäre denn gewesen, wenn einer (...) wieder seine ganze Sippschaft angerufen und zum Krawallmachen aufgefordert hätte, die Situation wieder gekippt wäre und Freiburg sich über eine Randale-Nacht wie in Stuttgart hätte "freuen" dürfen? (...).

Ich sag' es mal ganz deutlich für diejenigen, die es nicht wissen: Die Polizei ist befugt, jederzeit Personenkontrollen durchzuführen und auch Platzverweise auszusprechen. (...) So lauten die Regeln. Die Polizei gehört zur Exekutive und kümmert sich um die Einhaltung dieser Regeln, sie macht sie aber nicht. Wem die Regeln nicht passen, muss sich an die Legislative wenden, denn nur diese ist für die Regelerstellung verantwortlich. Jetzt muss wieder das Bürokratiemonster ausgepackt und Geld für irgendwelche absurden Überprüfungen (...) verplempert werden und nur, weil irgendeine junge Dame meint, die Regeln gelten für sie nicht und einen Netzhype startet. Ich bin nicht sicher, ob es rechtlich überhaupt zulässig ist, das Video einer Polizeikontrolle auf Instagram (...) hochzuladen, schließlich wird beim polizeilichen Einsatz einer Bodycam mahnend der "Datenschutzzeigefinger" gehoben und vom "Recht aufs eigene Bild" etc. geredet. Polizisten haben dieses Recht offenbar nicht.

Ulrike Bulling, Lorch

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