Lesermeinung

Zum Artikel "Mann aus Bettringer Bach gerettet", erschienen in der GT am Montag, 3. August:

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Am vergangenen Wochenende kam ich als Ersthelferin zu einem Notfall. Wie man es selbstverständlich macht, wurden sofort Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr alarmiert.

Am vergangenen Wochenende kam ich als Ersthelferin zu einem Notfall. Wie man es selbstverständlich macht, wurden sofort Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr alarmiert. Als nach und nach die Rettungskräfte eintrafen – was ja schon alleine aufgrund der Lautstärke von Martinshorn und Sirene sowie angesichts der Anzahl der benötigten Fahrzeuge für Aufsehen sorgt, ist klar. Aber, live mitzuerleben, wie Passanten, die weder Ersthelfer waren noch in irgendeiner Form die Rettungs- und Hilfskräfte unterstützt haben, mitten in die Einsatzstelle laufen, ihr Handy zücken und versuchen Bilder zu machen, schockiert mich.

Ein Mensch kämpft um sein Leben, alle Helferinnen und Helfer tun ihr Möglichstes, um schnell zu reagieren und dann gibt es Leute, die das Ganze auf ihrem privaten Handy, für welchen Zwecke auch immer, festhalten wollen. Oder die, die fast schon amüsiert und vergnügt, ob der Sensationslust oder dem Gefallen Verletzte zu sehen wegen, am Wegesrand stehen und genüsslich der Rettungsaktion zuschauen. Das zeugt von keinerlei Wertschätzung den Helferinnen und Helfern gegenüber, am allerwenigsten jedoch, gegenüber dem verunglückten Opfer.

In dieser Situation wäre es einfach nur respektvoll, weiter zu laufen und das eigene Handy – trotz offensichtlicher Sensationsgier – in der Hosentasche zu lassen. Diese Wertschätzung und Würdigung hat jeder verdient. Das Verhalten der Gaffer und Passanten ist beschämend, verstörend und macht einen fassungslos. Und ich dachte, das macht doch niemand wirklich, bei einem Hilfseinsatz den Verunglückten und die Rettungskräfte zu fotografieren und zu filmen. Weit gefehlt, leider.

Amelie Kurz, Schwäbisch Gmünd

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