Lesermeinung

Zum Artikel "Radfahren boomt" vom 11. August:

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Der Artikel bietet ein wunderschönes Bild von einem Platz, den jeder kennt: das Aussichtsbänkle am Schättere-Fußweg. Und da sieht man vier sportliche Radfahrer die Aussicht genießend, vorschriftsmäßig mit Helm.

Der Artikel bietet ein wunderschönes Bild von einem Platz, den jeder kennt: das Aussichtsbänkle am Schättere-Fußweg. Und da sieht man vier sportliche Radfahrer die Aussicht genießend, vorschriftsmäßig mit Helm. Wer glaubt nun, dass diese Sportler sich an die andere Vorschrift halten, nämlich auf einem deutlich als Fußgängerweg ausgewiesenen Pfad nicht Rad zu fahren, sondern ihr Rad zu schieben?

Wir haben vor Kurzem schon einmal von einem rasanten Radfahrer die schnoddrige Antwort bekommen: "In der Zeitung steht doch, dass der Weg jetzt für Radler frei ist!" In gleicher Weise könnte das gezeigte Bild sich einem flüchtigen Zeitungsleser und Schilder-Negierer einprägen. So werden Fußwege (...) zunehmend von sportlichen Radfahrern erobert.

Das zeigte uns ein Erlebnis am Sonntagmorgen: Die SchwäPo hatte dankenswerterweise auf die prächtige Blüte der Seerosen in den Weihern von Tauchenweiler hingewiesen. Dort – im Naturschutzgebiet mit Fahrzeugverbot – führt ein schmaler Pfad vom unteren zum oberen Weiher. Dieser Pfad wurde an diesem Morgen von mindestens 30 Radfahrern befahren. Einer davon war mit so viel Vehemenz unterwegs, dass er den vor ihm gehenden Wanderer – leicht gehbehindert mit zwei Stöcken – mit Geklingel zum Ausweichen aufforderte. Es kam fast zum Unfall, der Radler zwängte sich vorbei und stieg danach ab, um sich beim Fußgänger zu beschweren. Schließlich beleidigte der Radler den Fußgänger als "Blödmann".

Auch so etwas bringt der Fahrradboom mit sich. Da sollte die Presse darstellen, was zu einem guten gesellschaftlichen Miteinander gehört, nämlich Rücksicht zu nehmen, auch wenn nicht gleich geahndet wird.

Binia Wippenbeck

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