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Zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren:

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Nach der Kapitulation Deutschlands vor 75 Jahren war der Beginn einer friedlichen Zeit hier in der EU. Dafür müssen wir dankbar sein. Aber wir müssen auch an die Verantwortung denken, die wir als ehemalige Kriegsmacht haben.

Nach der Kapitulation Deutschlands vor 75 Jahren war der Beginn einer friedlichen Zeit hier in der EU. Dafür müssen wir dankbar sein. Aber wir müssen auch an die Verantwortung denken, die wir als ehemalige Kriegsmacht haben. Wir stehen mit an der Spitze der Waffenexporteure und exportieren somit auch Kriege in andere Länder. Unsere Exporte stehen noch vor denen Russlands. Das sollte uns beschämen. Neben Panzern und Kleinwaffenexporten sind es auch die Lizenzen, mit denen wir unsere Waffenproduktion ins Ausland verlagern. Hier in Deutschland lagern nach wie vor amerikanische Atomwaffen. Um die nukleare Teilhabe innerhalb der NATO zu behalten, werden in den nächsten Jahren neue Kampfjets gekauft, die dazu dienen werden, die modernisierten Massenvernichtungsmittel auf Befehl in ihr Ziel zu tragen. Dies wird von deutschen Soldaten übernommen werden, die dafür in Büchel üben. Dass die Ziele auch hier in Europa sein werden, wird dabei verschwiegen. Wegen der nuklearen Teilhabe hat wohl die BRD bis heute noch nicht den Atomwaffen-Verbotsvertrag unterzeichnet, der 2017 ausgehandelt wurde und von 122 Staaten unterzeichnet wurde. Viele Städte, darunter Schwäbisch Gmünd, Mutlangen und Stuttgart haben den ICAN-Städteappell unterzeichnen, der die Bundesregierung auffordert, dies zu tun. Wäre 75 Jahre nach Kriegsende nicht der Zeitpunkt gekommen, dass sich auch die Bundesregierung diesem Vertrag anschließt und auf ihre atomare Teilhabe verzichtet? Eine große Mehrheit in der Bevölkerung würde dies begrüßen.

Christa Schmaus für die Pressehütte Mutlangen

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