Lesermeinung

Zum geplanten Bau des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ):

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Es ist es offensichtlich: Der Ausverkauf der ökologisch wertvollen Flächen in der Weststadt hat nicht nur begonnen, sondern ist schon längst in vollem Gange.

Es ist es offensichtlich: Der Ausverkauf der ökologisch wertvollen Flächen in der Weststadt hat nicht nur begonnen, sondern ist schon längst in vollem Gange. Dies alles mit der Zustimmung der ortsansässigen Stadträte, die fragwürdige Vorhaben durch- und abnicken und auch noch als unbedingt nötig deklarieren. Sämtliche Frischluftschneisen sind nun von untergeordneter Wichtigkeit. Plötzlich darf dort gebaut werden, wo es den ursprünglichen Eigentümern über Jahrzehnte mit dem Hinweis auf die Frischluftversorgung verwehrt war.

Von öffentlichem Interesse wäre an dieser Stelle auch, zu wissen, wann und zu welchem Preis die Stadt das zukünftige MVZ-Gelände erworben hat (Bodenrichtpreise sei an dieser Stelle das Schlagwort).

Von der Fläche "UH9," dem sogenannten "urbanen Quartier" am Sauerbach ganz zu schweigen. 29 Wohnblöcke a 6 Stockwerke sind plötzlich nur noch ein studentisches Gedankenkonzept, ein Konzept, das als Sitzungsvorlage für den Erlass einer Vorkaufssatzung gedient hat. Und dies, obwohl im November 2017 das "Klimagutachten" klar zum Ausdruck bringt, dass eine Bebauung dieser Fläche nicht zu befürworten ist, da es bei Bebauung dieser Fläche zur einer Temperaturerhöhung kommt und die Anzahl der tropischen Nächte massiv zunimmt.

Die fadenscheinige Ausrede, dass das vorliegende Gutachten falsch ist, kann genauso wenig akzeptiert werden wie die Aussage, das Gutachterbüro würde eine Korrektur verweigern.

Für mich zeigen diese Widersprüche deutlich die Ignoranz der Entscheidungsträger auf bzw. es drängt sich auch der Verdacht auf, dass ein Großteil der Gemeinderäte sich nicht mit der erforderlichen Sorgfalt mit den Themen beschäftigt hat. Und ja, wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über den Vorschlag, mit Dachbegrünungen einen Ausgleich zu schaffen, noch lachen.

An dieser Stelle kann schon im Hinblick auf die bevorstehende Gemeinratswahl 2019 die Frage aufgeworfen werden, ob es für einen Stadtteil mit 10 000 Einwohnern nicht angebracht wäre, einen eigenen Ortschaftsrat zu stellen, der unsere Interessen unabhängig vertritt. Diese Vertretung spreche ich in obiger Angelegenheit den Stadträten der Weststadt leider ab.

Sabine Burr,

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