Lesermeinung

Zum Leserbrief "Öffnung der Schätteretrasse für alle":

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Bestrebungen der Radfahrer-Lobby, auch in Fußgängerzonen in Innenstädten radfahren zu dürfen, stößt bei Geschäftsinhabern auf wenig Gegenliebe.

Bestrebungen der Radfahrer-Lobby, auch in Fußgängerzonen in Innenstädten radfahren zu dürfen, stößt bei Geschäftsinhabern auf wenig Gegenliebe. Das ist gut nachvollziehbar, denn Radverkehr ist mit Schaufensterbummel und Shopping schlecht vereinbar. Dies müssen auch politische Entscheidungsträger einsehen und erlauben in der Regel in Fußgängerzonen nur Fußgänger und kein Radfahren.

Wenn aber sozusagen das Schaufenster die Landschaft und die Natur samt Tieren und Pflanzen ist, an deren Anblick sich Spaziergänger erholen wollen, scheinen andere Gesetze zu gelten. Ein Recht auf einen reinen Wanderweg, also eine Fußgängerzone in der Natur, wird immer wieder infrage gestellt, wie der besagte Leserbrief erneut unterstreicht. Der Untertitel "für alle" ist obendrein irreführend. Denn mit "allen" sind vorwiegend Radfahrer und wohl auch Inlineskater gemeint. Bei Öffnung der Schätteretrasse für Radfahrer wäre sie dann genau nicht mehr "für alle" reibungslos nutzbar, da als erstes die Schwächeren den Weg nicht mehr stressfrei nutzen könnten und langfristig aus Selbstschutzgründen meiden würden. Damit sind Menschen mit Behinderung (am Rollator oder an Krücken Gehende), Rollstuhlfahrer und auch Sehbehinderte gemeint. Aber auch Familien mit kleinen Kindern, die sich oft unberechenbar verhalten, wie auch Hundeführer werden bei Radverkehr, der zunehmend auch in Form von E-Bikes motorisiert stattfindet, die zur Radbahn verwandelte Schättere meiden. (...)

Im Gegensatz zu Besitzern von Läden im Bereich von innerstädtischen Fußgängerzonen und auch zu Vertretern der Fahrrad-und Tourismusbranche existiert keine finanzkräftige Lobby für Pflanzen und Tiere. (...) Es ist völlig unvereinbar mit Natur- und Artenschutz, auch noch den letzten Winkel in einer wertvollen Naturregion der Tourismusbranche und der Event-Industrie zu opfern. Die Schättere muss als Wanderweg und damit als ausschließliche "Fußgängerzone" unverändert erhalten bleiben. Der finanzielle Aufwand ist Null, aber der Gewinn für Natur und Erholungssuchende groß.

Dr. Helmut Haas

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