Lesermeinung

Zum SchwäPo-Artikel "Corona: zwei Kundgebungen an einem Tag in Aalen" vom 30. November:

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Die Demokratie ist in Gefahr: Mit diesen Worten marschieren Kritiker der Corona Politik gemeinsam mit Populisten und Neonazis durch Deutschland. Sie vergleichen sich teilweise mit Widerständlern aus der Geschichte und sorgen sich um die Demokratie in Deutschland.

Die Demokratie ist in Gefahr: Mit diesen Worten marschieren Kritiker der Corona Politik gemeinsam mit Populisten und Neonazis durch Deutschland. Sie vergleichen sich teilweise mit Widerständlern aus der Geschichte und sorgen sich um die Demokratie in Deutschland. Die größte Gefahr der Demokratie ist deren Anfälligkeit für Populismus. Viele Diktatoren des 20. Jahrhunderts haben sich dieser Möglichkeit bedient, die Demokratie zu zersetzen. Auch in heutiger Zeit befinden sich einige jüngere, aber auch sehr alte Demokratien auf diesem gefährlichen Weg. Der Mechanismus ist immer derselbe: Selbsternannte Experten stellen sich über die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler und leugnen deren Erkenntnisse (Klima-Wandel, Pandemiebewertung, Holocaust, …).

In der NS-Zeit und in anderen Ländern haben viele Menschen im Widerstand um ihr Leben fürchten müssen und es vielfach auch verloren. In vielen Ländern der Erde kämpfen Menschen unter Einsatz ihres Lebens für die Demokratie. Der Vergleich von Demonstranten in Deutschland mit diesen Schicksalen und Lebenswegen ist mehr als geschmacklos.

Es wird Zeit, dass die Mehrheit in Deutschland ihre Trägheit aufgibt und sich bewusst wird, welchen Wert die Demokratie hier hat. Sie sollte den Populisten, die sogar zum Teil in den Parlamenten versuchen, die demokratischen Strukturen auszuhöhlen, nicht das Feld überlassen. Erhebt Euch vom Sofa und macht deutlich, dass die Populisten zwar laut sind, aber dennoch eine Minderheit bleiben.

Ralf Müller

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