Lesermeinung

Zum SchwäPo-Artikel "Trauerzug für Schättere-Trasse" vom 31. November:

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Wer mit gespaltener Zunge spricht, macht sich unglaubwürdig. Das beste Beispiel dafür ist Karl Maier aus Unterkochen. Mit einer Schwermütigkeit wurde symbolisch von dem ehemaligen Ortsvorsteher von Unterkochen die Schättere-Trasse beerdigt.

Wer mit gespaltener Zunge spricht, macht sich unglaubwürdig. Das beste Beispiel dafür ist Karl Maier aus Unterkochen. Mit einer Schwermütigkeit wurde symbolisch von dem ehemaligen Ortsvorsteher von Unterkochen die Schättere-Trasse beerdigt. Er und seine Kumpanen fürchten, dass bedrohte Arten zurückgedrängt werden, wenn die Schättere-Trasse von Radfahrern mitbenutzt werden darf. Keine Frage, das Artensterben ist wirklich ernst zu nehmen. Allerdings ist dies fraglich, ob das zuletzt verzeichnete Artensterben von über 2/3 seit 1970 nicht eher der intensiven Landwirtschaft und der monokulturellen Bebauung der Ackerflächen geschuldet ist.

Gleichzeitig schreibt Karl Maier an das Bundesverkehrsministerium, ob eine neue Straße, quer durch das FFH-Gebiet, auf das Härtsfeld gebaut werden soll. Hierbei sieht man wieder: Herrn Maier geht es nicht um den Artenschutz, sondern um eine Verkehrspolitik von vorgestern gekoppelt mit einer engstirnigen Kirchturmpolitik.

Aber es gäbe ja auch Alternativen, etwa einen elektrifizierten Neubau und Reaktivierung der Härtsfeldbahn, um klimafreundliche Mobilität für den Personen- und Güterverkehr zu ermöglichen. Ja, solch ein Vorhaben würde den Natur- und Artenschutz tangieren, insbesondere den Schättere-Tunnel, aber auch für dies gäbe es Lösungsansätze. Wie bei der Reaktivierung der ehemaligen Bahnstrecke bei Calw, dort zog man eine Zwischendecke ein, so haben sowohl Bahn als auch Fledermäuse ihren Platz. Und selbst wenn dies (...) nicht möglich wäre, gäbe es immer noch die Möglichkeit eines Neubaus des Tunnels.

Also lasst uns mutig sein für unsere Kinder sowie Kindeskinder und einen starken Klimaschutz, indem wir die Verkehrswende vor Ort vorantreiben. Oder wie es Marie von Ebner-Eschenbach sagte: ,,Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht."

David Bieg

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