Lesermeinung

Zum Thema "Black Lives Matter":

  • Weitere
    schließen

Noch während der Corona-Krise entfachte eine hitzige Diskussion über die Diskriminierung von farbigen Menschen. Wenn es um das Corona-Virus geht, so gebe ich zu, komme auch ich an meine Grenzen.

Noch während der Corona-Krise entfachte eine hitzige Diskussion über die Diskriminierung von farbigen Menschen. Wenn es um das Corona-Virus geht, so gebe ich zu, komme auch ich an meine Grenzen. Ich halte die Abstandsregeln ein, trage brav meine Maske und? Genau. Nichts weiter. Es heißt abwarten, wie sich die Situation entwickelt.

Ganz im Gegensatz dazu verhält es sich bei der Black-Lives-Matter-Bewegung. Ich und jeder einzelne muss nicht, sollte nicht, nein – darf nicht abwarten, bis sich das Thema beruhigt hat. Wer das Thema Black Lives Matter nicht mehr hören kann, hat es noch nicht genug gehört! Das Thema darf nicht mit einer hastigen Armbewegung, heruntergespielt oder beendet werden. Es geht schließlich um Menschen! (...).

Doch wann ist denn endlich genug damit? Die Frage sollte eher lauten, wann es nicht genug ist! Immer dann, wenn, und das ist bei uns Menschen durch einen zwangsläufig automatisierenden Lernprozess der Fall, es zu selbstverständlich wird. Wenn wir nicht mehr reflexiv und sensibel mit dem Thema umgehen. Wenn wir nicht mehr konstruktiv darüber nachdenken. Dann! Dann ist es nicht genug. (...)

Es ist eine gesellschaftliche Bewältigungsaufgabe, die ALLE Menschen anspricht. Jeder kann etwas dazu beitragen und noch wichtiger, jeder sollte nicht damit aufhören! Wir haben alle die Wahl, jeden Tag. Weichen wir dem Thema aus zeitökonomischen, emotionalen Gründen aus oder stellen wir uns ihm? Im Kleinen und im Großen, analog oder digital haben wir die Wahl. Mir geht es nicht darum, sich mit jemandem darüber zu zerstreiten oder dem Thema Stunden zu widmen, während man andere Dinge zu erledigen hat. Mir geht es um die Würdigung, Anerkennung und Gleichsetzung. (...) Wertschätzung, Anerkennung, Respekt, Zivilcourage, Verständnis, Toleranz. Das sind Attribute, die einen Menschen ausmachen und nicht die Hautfarbe, nicht die Herkunft, nicht das Alter, nicht das Geschlecht oder der Beruf.

Und seien wir mal ehrlich: Bringt nicht gerade ein anderes Thema, außer ständig Corona, nicht ein Stück weit das Gefühl von Handlungsautonomie wieder ins Leben zurück? (...)

Madeleine Falkenstein

Zurück zur Übersicht: Leserbriefe

WEITERE ARTIKEL