Lesermeinung

Zum Thema: "Coronakundgebung in Leipzig"

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Die zum Thema Freiheitsbeschränkungen wahrnehmbare Hysterie ist in der Ausprägung völlig unverständlich. Wo Verantwortung beginnt, enden zuweilen manche lieb gewonnenen Freiheiten.

Die zum Thema Freiheitsbeschränkungen wahrnehmbare Hysterie ist in der Ausprägung völlig unverständlich. Wo Verantwortung beginnt, enden zuweilen manche lieb gewonnenen Freiheiten. Stehen hohe Güter, wie die Gesundheit aller, Wohlstand und Wirtschaft in Gefahr, müsste das für alle eine Selbstverständlichkeit sein. Dass eine weltweite Pandemie grassiert, sollte mittlerweile jedem augenscheinlich sein. Das ist keine Panikmache, sondern ein objektiver Umgang mit Realitäten.

Aber der Kreis derer, die das bewusst negieren, nimmt leider zu, wie man in Leipzig leidlich sah. Warum werden Menschen nicht aus Fakten klug, sondern erst aus Schaden? Das macht auch verantwortungsbewussten Bürgern die Solidarität und den Zusammenhalt zunehmend schwerer. Das spaltet in vielen Beziehungen.

Es wäre doch so einfach. Würden sich alle konsequent an die Regeln halten, wären viele weitergehende Maßnahmen obsolet. Diesen "Querdenkern" geht es nicht um die Freiheit aller, sondern um ihre eigene Selbstbestimmtheit und -genügsamkeit. Zudem reihen sich Protestler in die vermeintliche Freiheitsbewegung ein, die mit dem zweiten Wort der Bewegung, dem Denken, auf Kriegsfuß stehen. Wer die Gesundheit seiner Mitmenschen für sein Ego als Kollateralschaden in Kauf nimmt, der sollte wenigstens an die Wirtschaft denken, von der er selbst auch lebt.

30 Schweizer Ökonomen appellieren auf Basis diverster belastbarer Daten für einen zweiten Lockdown in der Schweiz, um die Wirtschaft durch die Folgen einer "ungezügelten" Pandemie nicht auf Dauer zu schädigen. Verschwörung ist nicht real – das Virus jedoch schon. Deshalb sollten alle gestern aufwachen und mitmachen. Es ist nicht einfach, aber alles andere wäre wesentlich schwerer oder gar nicht zu (er)tragen.

Gerd Haupt

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