Lesermeinung

Zum Thema "Coronapolitik":

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Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln, oder: Heute hü, morgen hott. So könnte man die volatile deutsche Corona-Politik plastisch umschreiben.

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln, oder: Heute hü, morgen hott. So könnte man die volatile deutsche Corona-Politik plastisch umschreiben. Ein ständiges Stop and Go, was Lockerungen und Verschärfungen betrifft, eine wahre Achterbahn der Stimmungslagen und Befindlichkeiten für die zwischen Hoffen und Bangen hin-und hergerissenen Menschen in unserem Land.

Man gewinnt allmählich den Eindruck, dass bezüglich Konzessionen und Restriktionen die Regierungen von Bund und Ländern sich hilf-und orientierungslos zwischen Skylla und Charybdis hindurchlavieren und ihnen nur die Wahl bleibt zwischen Pest und Cholera, sprich zwischen vor dem existenziellen Ruin stehenden Branchen des gewerblichen Mittelstands und einer von Abstinenzfrust und psychischem Stress gezeichneten, in ihren Konsumbedürfnissen, sozialen Kontakten und Freizeitaktivitäten massiv eingeschränkten Bevölkerung.

Die zu reinen Ankündigungsministern avancierten Herren Spahn und Altmaier stehen hier stellvertretend für das kollektive Versagen handlungsunfähiger Politiker. Die Querdenkerdemo in Kassel hat uns drastisch vor Augen geführt, wie eine par Ordre du Mufti dekretierte Notverordnungspraxis eine desintegrative Sprengkraft entfalten und den Spaltpilz in unsere Gesellschaft tragen kann. Im Rückblick auf frühere, pazifistische Strömungen widerspiegelnde Ostermärsche möchte ich mir nicht ein Szenario ausmalen, bei dem solche Märsche zu Gewaltorgien eskalieren und der Straßenmob die Oberhand gewinnt.

Dr. Kurt Scheidle

Aalen-Unterkochen

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