Lesermeinung

Zum Thema "Damit die Innenstadt nicht stirbt", erschienen am 22. August

  • Weitere
    schließen

In der Umfrage der Samstagsausgabe unter dem Titel "Zukunftsthemen" zur Steigerung der Attraktivität der Aalener Innenstadt überbieten sich die Fraktionsvertreter des Gemeinderates mit populistischen Allgemeinplätzen und zusammenhang- und sachkompetenzlosen Thesen.

In der Umfrage der Samstagsausgabe unter dem Titel "Zukunftsthemen" zur Steigerung der Attraktivität der Aalener Innenstadt überbieten sich die Fraktionsvertreter des Gemeinderates mit populistischen Allgemeinplätzen und zusammenhang- und sachkompetenzlosen Thesen. Beispiele: Der Vertreter der (...) AfD, Herr Dr. Gläser, macht einen skurrilen Vorschlag, mehr Autos noch näher an die Innenstadt heranzubringen, als ob er noch nie was von einer dringend nötigen Verkehrswende gehört hätte. Herr Wagenblast von der CDU möchte indes Verweil- und Sitzmöglichkeiten sowie Spielgeräte, ohne auch nur im Ansatz konkret zu werden. Und noch mehr Gastronomie zu fordern, klingt irgendwie realitätsfremd in Zeiten, in denen diese ums Überleben kämpft. Herr Rühl von den Freien Wählern bringt die Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel ins Spiel. Was er damit genau bezwecken will? (...). Ilse Schmelzle, FDI, fordert einerseits einen Digital-Berater für den Einzelhandel, vielleicht um das Internetgeschäft zu steigern. Und gleichzeitig möchte sie, dass wieder mehr Menschen in der Stadt einkaufen. Frau Klink von den Linken fordert eine Verhinderung von Amazon in der Region, ignorierend, dass die Ansiedlung von Amazon in Heidenheim und vermutlich auch Schwäbisch Gmünd bereits feststeht. Weshalb Herr Schludi von der SPD den Zusammenhang zwischen mehr Wohnraum und einer gesteigerten Attraktivität der Innenstadt konstruiert, wird vielen von uns verborgen bleiben. Der einzig konstruktive Vorschlag kommt von Herrn Fleischer von den Grünen mit der Forderung nach einem samstäglichen kostenlosen ÖPNV-Marktticket.

Einige Gemeinderäte scheinen es nicht oder nicht mehr in ihrem Anforderungsportfolio zu haben, Sachverhalte logisch und konsequent zu durchdenken (...). Ist womöglich ein Teil der Erklärung dafür die, dass die Institution Gemeinderat auf eine Abnick-Veranstaltung für die Vorhaben eines Stadtoberhauptes reduziert wurde (...)?

Stefan Weber, Aalen

Zurück zur Übersicht: Leserbriefe

WEITERE ARTIKEL