Lesermeinung

Zum Thema "desaströse Schulpolitik":

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Der allgemeine Wirrwarr bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie nimmt kein Ende. Dies trifft insbesondere für die desaströse Schulpolitik der Länder zu, wo der Tanz um das goldene Kalb des Bildungsföderalismus immer wieder fröhliche Urständ feiert.

Der allgemeine Wirrwarr bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie nimmt kein Ende. Dies trifft insbesondere für die desaströse Schulpolitik der Länder zu, wo der Tanz um das goldene Kalb des Bildungsföderalismus immer wieder fröhliche Urständ feiert. Getreu dem Motto "zwei Schritte vor und einen zurück" verführen die Länderchefs hinsichtlich Verschärfungen oder Lockerungen einen wahren Eiertanz und fahren sich gegenseitig in die Parade mit dem Resultat, dass mühsam ausgehandelte Kompromisse schon am nächsten Tag Makulatur werden. Blinder Aktionismus treibt auch die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann um (...). Ganz vom Wahlkampffieber gepackt, versucht die karrieresüchtige Powerfrau eine Klientel einer verunsicherten Elternschaft hinter sich zu scharen und für ihre Machtinteressen zu instrumentalisieren. Obwohl von Ministerpräsident Kretschmann schon ein Mal zurückgepfiffen, will sie im Alleingang einen vorzeitigen Präsenzunterricht durchpeitschen. Und dies allen Unkenrufen renommierter Virologen und Epidemiologen zum Trotz und ungeachtet der Tatsache, dass die mutierte und aggressivere Variante des Coronavirus auch vor Kitas und Klassenzimmern nicht Halt macht. Dabei nimmt sie die Gesundheit von Schülern und Lehrern billigend in Kauf. Nach dem Mega-Flop mit der Lernplattform "Ella" und dem Gehudel mit "Moodle" fragt man sich, wie viel schulpolitisches Porzellan eine völlig überforderte Ministerin noch zerschlagen darf.

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

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