Lesermeinung

Zum Thema Rettungsschirme:

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Außerordentliche Situationen erfordern außerordentliche Lösungen. So hat die noch vor wenigen Monaten hochgepriesene schwarze Null keine Daseinsberechtigung mehr und wurde regelrecht weggefegt.

Außerordentliche Situationen erfordern außerordentliche Lösungen. So hat die noch vor wenigen Monaten hochgepriesene schwarze Null keine Daseinsberechtigung mehr und wurde regelrecht weggefegt. Die Schnelligkeit war erstaunlich und erst recht das Ausmaß. Neben einem "Rettungsschirm" – er dürfte das Wort des Jahres 2020 werden - tauchten immer neue Wortschöpfungen auf, allerdings oft durch die Aufnahme von Schulden finanziert. Geld wurde plötzlich nahezu unerschöpflich zur Verfügung gestellt ohne die ständig steigenden Wünsche befriedigt zu haben. Dabei zeigten sich Parlamente, Regierungen und Banken recht großzügig bis hinauf zum Bund, der EU und der Europäischen Zentralbank und das bei stark sinkenden Einnahmen der "Geldgeber". Dabei wurde die Geldhöhe schnell relativiert. Von einzelnen Millionen war kaum noch die Rede, eine Milliarde war bald "angemessen", über Milliarden wurde zügig die Billion - eine Zahl mit immerhin zwölf Nullen und kaum vorstellbar - erreicht. Dies alles mag zur Bekämpfung der gewaltigen Auswirkungen der Corona Pandemie sinnvoll und erforderlich gewesen sein. Nun sollte aber der Zeitpunkt gekommen sein, wo man, zumindest zunächst einmal, anhalten sollte, ständig neuen Wünschen und Forderungen nachzugeben und neue Programme/Projekte aufzulegen bzw. durchzuführen, wie die Grundrente, solange diese nicht, wie einmal vereinbart, finanziert ist und mit immerhin 1,3 Mrd. Euro jährlich zu Buche schlagen würde.

Dies gebietet schon der erreichte schwindelerregende Schuldenstand der "Geldgeber". So plant allein der Bund statt einer 0-Neuverschuldung nun eine solche in Rekordhöhe von 218,5 Mrd., was zu jahrzehntelangen Tilgungen führt - die Rede ist schon von 50 Jahren - und die kommende Haushalte stark belastet. Auch gibt es erfreulicherweise durchaus positive Zahlen aus einzelnen Firmen und Branchen und die Börse überrascht mit einem immerhin um 55 Prozent seit Beginn der Krise gestiegenen DAX Wert. Vorweg genommen werden so die Worte von Diplomvolkswirt U. Kater: "Die kommenden Wochen werden wieder von deutlich besseren Wirtschaftsdaten geprägt sein."

Dr. Dieter Bolten Essingen

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