Lesermeinung

Zum Thema Tunneldemo:

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Jetzt haben es diese Möchtegern-Weltverbesserer und anarchistischen Radfahrchaoten doch tatsächlich gewagt, eine Demo durch das Prunkstück Gmünder (...) Verkehrspolitik, den Einhorntunnel, durchzuführen.

Jetzt haben es diese Möchtegern-Weltverbesserer und anarchistischen Radfahrchaoten doch tatsächlich gewagt, eine Demo durch das Prunkstück Gmünder (...) Verkehrspolitik, den Einhorntunnel, durchzuführen. Die Aufregung über eine solch anmaßende und grob missbräuchliche Wahrnehmung des doch so hoch geschätzten Demonstrationsrechts ist groß und wird wahrscheinlich nur durch die moralische Entrüstung gegenüber den Demos der Corona-Leugner getoppt. Selbstverständlich darf jeder demonstrieren – für oder gegen was auch immer, aber bitte nur dann und in dem Maße, wie andere treue Untertanen unseres Staates nicht in irgendeiner Weise beeinträchtigt oder belästigt werden und so im idealen Falle auch gar nichts von solchen in jeder Hinsicht störenden Demos mitbekommen. Bei einem solchen Demokratieverständnis hätten wir heute wahrscheinlich noch einen Kaiser oder etwas noch schlimmeres als Staatsoberhaupt (s. USA).

Wenn nur ein kleiner Teil der sich jetzt echauffierenden Leute sich nicht nur über ein einmalig für etwa 1,5 Stunden auftretendes Verkehrschaos, sondern auch über den sonst tagtäglichen Verkehrswahnsinn in und um Gmünd aufregen und dann vielleicht sogar noch einen Schritt weitergehen und selbst aktiv etwas dagegen tun würde, indem zum Beispiel das Auto einfach mal stehen gelassen und stattdessen das Rad oder der ÖPNV genommen wird, dann wäre schon viel gewonnen. Nicht nur für die physische (Bewegung an der frischen Luft und weniger Abgas- und Lärmbelästigung der Anwohner), sondern auch für die psychische Gesundheit, denn die Anlässe, sich über Demos oder Staus aufzuregen, würden dann zukünftig drastisch abnehmen.

Holger Glaser

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