Lesermeinung

Zur aktuellen Lage in den USA:

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Ich habe Glück, zur privilegierten Gruppe zu gehören; das jedoch war reiner Zufall. Das Recht auf Freiheit lediglich aufgrund meiner Hautfarbe zugesprochen zu bekommen, ist einer der inhumansten Missstände, die seit Jahrhunderten anhalten.

Ich habe Glück, zur privilegierten Gruppe zu gehören; das jedoch war reiner Zufall. Das Recht auf Freiheit lediglich aufgrund meiner Hautfarbe zugesprochen zu bekommen, ist einer der inhumansten Missstände, die seit Jahrhunderten anhalten. Mit jedem weiteren rassistischen Mord zerbreche ich mehr.

Was sich gerade in den USA abspielt, betrifft uns alle: Bevor nicht alle Menschen in Würde und Freiheit, unabhängig von der Pigmentierung ihrer Haut, leben können, gibt es keinen Grund, still zu sein.

Geschichten meiner amerikanischen Familie zeigen mir, wie viel Leid der alltägliche Rassismus fordert. Mut haben zu müssen, morgens das Haus zu verlassen, nur weil systematisch verankerter Rassismus bis heute anhält, ist mitnichten zumutbar. Dennoch scheinen viele Menschen die Augen zu verschließen, wenn es darum geht, was jeder einzelne ändern kann, um diesen Planeten gerechter zu machen.

Der Kampf für universell gültige Menschenrechte geht uns alle an: Privilegiert zu sein, heißt, dass es auch eine unterdrückte Gruppe gibt. Eine Stimme für sie zu sein, ist unsere Pflicht – und zwar, bis die Gleichberechtigung erreicht wird.

Anfangen kann man mit dem Zuhören: Ungerechtigkeit zu erkennen, ist der erste Schritt. Öffentlich über die Probleme zu reden und zu sensibilisieren der zweite. Grausamkeit nicht zu ignorieren ist schwer, die Behaglichkeit der Stille zu verlassen ist schwer – das verstehe ich, jedoch ist es noch schwerer jeden Tag Angst um sein Leben haben zu müssen und Familienmitglieder an den Rassismus zu verlieren.

Die zwei genannten Schritte reichen aber nicht, um die Verankerung des Rassismus zu lösen: Hinzu kommt Bildung und der Überblick bezüglich der Geschichte. Erst, wenn man weiß, wie das Problem entstand, kann man es zurückentwickeln. Aktiv Aufmerksamkeit auf diese Thematik zu lenken, ist die Verantwortung jedes Menschen: Es wird uns nicht voranbringen alles totzuschweigen. Zu viele Menschen verloren schon ihr leben.

Megan Lange Westhausen

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