Lesermeinung

Zur Corona-Politik:

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"Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht." Als der Dichter Heinrich Heine diesen Seufzer von sich gab, hatte er die politischen Verhältnisse eines uneinigen, von partikularistischen Tendenzen zerrissenen Deutschlands vor Augen.

"Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht." Als der Dichter Heinrich Heine diesen Seufzer von sich gab, hatte er die politischen Verhältnisse eines uneinigen, von partikularistischen Tendenzen zerrissenen Deutschlands vor Augen. Dieses Zitat kann man auf die von der Coronapandemie gebeutelte Bundesrepublik übertragen. Deutschland gleicht mehr und mehr einem Tummelplatz von Virologen, Immunologen und Epidemiologen, die uns mit einem Wust von Infektionszahlen und Inzidenzparametern überschütten und damit eher zur allgemeinen Verwirrung denn zur Aufklärung beitragen. Das ganze Tohuwabohu von Expertisen und Kontroversen bietet den in der Verantwortung stehenden Politikern keinerlei klare Orientierung und erschwert somit eine gemeinsame strategische Marschroute, wie die enervierenden Lockerungsdiskussionen, die blamable Impfkampagne und das absurde Theater um AstraZeneca verdeutlichen. Bund und Länder erwecken den Eindruck eines polyphonen Orchesters, bei dem der Dirigentin der Taktstock zu entgleiten droht und die Musiker, jeder seiner eigenen Partitur folgend, kakophone Dissonanzen erzeugen. Dies treibt den Wutbürger letztlich auf die Barrikaden. Die Coronapolitik: ein einziges Desaster und eine politische Bankrotterklärung. Armes Deutschland!

Dr. Kurt Scheidle

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