Lesermeinung

Zur Diskussion um den Begriff "Indianer":

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Im Dauerstreit um (...) korrekte Wortwahl gibt es neuen Zoff. Nun hat es auch die "Indianer" erwischt. Frau Jarasch von Bündnis 90/Die Grünen sah sich ob ihres verbalen Fauxpas (Indianerhäuptling) genötigt, sich vor dem Inquisitionstribunal grüner Delegierter (...) zu erklären. Grüne und ultralinke Jakobiner verstehen sich als Sprachpuristen sui generis, wobei sie Begriffe wie Neger, Schwarze, Farbige und neuerdings auch Indianer und Indios tabuisieren und auf den Index setzen.

Nicht nur, dass sie mit ihrem Genderbullshit allgemeine Verwirrung stiften, kreieren sie abstruse Neologismen wie "indigene Bevölkerungsgruppe" oder "Menschen mit hautspezifischer Pigmentierung".

Im Dauerstreit um (...) korrekte Wortwahl gibt es neuen Zoff. Nun hat es auch die "Indianer" erwischt. Frau Jarasch von Bündnis 90/Die Grünen sah sich ob ihres verbalen Fauxpas (Indianerhäuptling) genötigt, sich vor dem Inquisitionstribunal grüner Delegierter (...) zu erklären.

Grüne und ultralinke Jakobiner verstehen sich als Sprachpuristen sui generis, wobei sie Begriffe wie Neger, Schwarze, Farbige und neuerdings auch Indianer und Indios tabuisieren und auf den Index setzen.

Nicht nur, dass sie mit ihrem Genderbullshit allgemeine Verwirrung stiften, kreieren sie abstruse Neologismen wie "indigene Bevölkerungsgruppe" oder "Menschen mit hautspezifischer Pigmentierung". Als Avantgardisten einer neuen Sprachkultur und Protagonisten einer rigorosen Sprachzensur insinuieren sie den konservativen Vertreten konventioneller Bezeichnungen eine rassistische Gesinnung. Selbst den Begriff "Rasse" nehmen sie ins Visier und sähen ihn, weil historisch belastet, am liebsten aus dem Grundgesetz gestrichen.

Diesen Sprachrevoluzzern scheint entgangen zu sein, dass die Bezeichnung "Rasse", (...) nicht unumstritten und semantisch schwer einzugrenzen, analog zu den Begriffen "Art", "Spezies" und "Ethnie", in früheren standardisierten völkerkundlichen Nomenklaturen und Klassifizierungen nach streng anthropologisch-ethnologischen Kriterien völlig wertneutral gehandhabt wurde und erst seit Ende des 19. Jahrhunderts völkisch-rassistische Patina ansetzte und später durch eine perverse nationalsozialistische Rassenideologie kontaminiert wurde.

Ich frage mich also: Müssen die Dudenwörterbücher einer redaktionellen Generalrevision unterzogen werden? Oder müssen in Drehbüchern alter Westernklassiker figurierende Begriffe wie "Rothaut" und "Bleichgesicht" und der "Mohr" bei Wilhelm Busch wegretuschiert werden? Muss die Krippenfigur Balthasar weiß übertüncht werden? Muss schließlich das Zigeunerschnitzel aus den Speisekarten verbannt werden?

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

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