Lesermeinung

Zur Kreide-Aktion gegen Catcalling in Aalen:

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Aalen ist keine Ausnahme: auch hier werden vor allem Mädchen und Frauen auf verbale Art sexuell belästigt. Bei dem Thema verschließen leider immer noch zu viele Menschen ihre Augen.

Aalen ist keine Ausnahme: auch hier werden vor allem Mädchen und Frauen auf verbale Art sexuell belästigt. Bei dem Thema verschließen leider immer noch zu viele Menschen ihre Augen. Reaktionen wie die der Polizei in Augsburg, welche einen groß angelegten Feuerwehreinsatz auslöste, nachdem sogenannte "Catcalls" als Zeichen gegen sexuelle Belästigung mit Kreide auf den Boden geschrieben wurden, zeigen ein geringes Bewusstsein und Verständnis. Dabei muss Hilfe gar nicht kompliziert sein. Seit ich elf Jahre alt bin, wurde ich immer wieder mit verbaler Sexualisierung und Objektifizierung konfrontiert. Leider bin ich damit nicht die Einzige; das Problem ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft. In Frankreich und anderen Ländern ist man längst den gesetzlichen Weg gegangen, um den Verbalattacken etwas entgegenzusetzen. In Deutschland reichen die physischen und psychischen Auswirkungen auf Millionen von Menschen nicht aus, um die Politik zum Handeln zu bewegen. Gezielte Erniedrigung von Menschen kann nicht einfach hingenommen werden. Auch in Aalen wurde ähnlich wie in Augsburg und Städten in ganz Deutschland mit den Kreide-Catcalls ein wichtiges Zeichen gesetzt, um mehr Aufmerksamkeit für das Problem der verbalen sexuellen Gewalt zu schaffen. Auch hier müssen überwiegend Mädchen und Frauen nachts darauf achten, wo sie lang gehen. Auch hier müssen sie Angst davor haben, dass es nicht bei den Catcalls der Täter bleibt. Solange auch hier Catcalls unbestraft bleiben, bleibt nur die Bitte, selbst aktiv zu werden, wenn Sie von verbaler sexueller Gewalt mitbekommen. Erst wenn Opfer gesellschaftliche und staatliche Unterstützung erhalten, können sie sich in Zukunft sicherer fühlen.

Megan Lange

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