Lesermeinung

Zur Lesermeinung von Karl Maier am 10. März über die Ablehnung der Kirche der Tarifverträge.

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Karl Maier nimmt in seinem Leserbrief vom 10.3.2021 mal wieder die Gelegenheit wahr, gegen die katholische Kirche Stellung zu nehmen. Konkreter Anlass ist die Tatsache, dass die Caritas (und übrigens auch die Diakonie) der Allgemeinverbindlichkeitserklärung eines Tarifvertrages (TV) für Pflegekräfte durch das Bundesarbeitsministerium nicht zugestimmt hat und dadurch die erforderliche Mehrheit nicht erreicht worden ist.

Karl Maier nimmt in seinem Leserbrief vom 10.3.2021 mal wieder die Gelegenheit wahr, gegen die katholische Kirche Stellung zu nehmen. Konkreter Anlass ist die Tatsache, dass die Caritas (und übrigens auch die Diakonie) der Allgemeinverbindlichkeitserklärung eines Tarifvertrages (TV) für Pflegekräfte durch das Bundesarbeitsministerium nicht zugestimmt hat und dadurch die erforderliche Mehrheit nicht erreicht worden ist. Bei derzeit zirka 73 000 Tarifverträgen ist die Zahl der allgemeinverbindlichen doch sehr gering (etwa 1,8 Prozent).

Dies spiegelt die Rechtslage wieder, nach der gem. Art. 9 Abs. 1 Grundgesetz in der Regel TV durch die TV-Parteien abgeschlossen und nicht durch das Arbeitsministerium erklärt werden dürfen. Für Ausnahmen ist ein Verfahren vorgesehen, das eingehalten worden ist.

Für ihre ablehnende Haltung haben Caritas und die Diakonie darüber hinaus sicher gute Gründe, die aber Karl Maier nicht interessieren. Er polemisiert nur. Caritas und Diakonie kommen aber sicher nicht auf die Idee, ihren Beschäftigten nur einen "Gotteslohn" zu gewähren und die Bezahlung" auf den Himmel zu verschieben". Auch liegt der bei ihnen angewandte Mindestlohn deutlich über dem gesetzlichen (11.60 zu 9.60 Euro). Ein Blick ins Internet hätte dies K. Maier gezeigt, ebenso die Tatsache, dass die Vergütungen für Pflegekräfte in den kirchlichen Einrichtungen nicht schlechter, sondern bis zu zehn Prozent höher im Vergleich zu anderen Trägern liegen.

Dr. Dieter Bolten

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