Lesermeinung

Zur linken Sammlungsbewegung "aufstehen"

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Leider verläuft derzeit die politisch sinnvolle Grenze nicht zwischen den Ressentiments der AfD und der allgemeinen Moral einer grenzenlosen Willkommenskultur.

Leider verläuft derzeit die politisch sinnvolle Grenze nicht zwischen den Ressentiments der AfD und der allgemeinen Moral einer grenzenlosen Willkommenskultur. Genau an diesem Punkt möchte die neue Bewegung "aufstehen" ansetzen, denn eine realistische Politik muss beide Maximalforderungen gleichermaßen ablehnen. Eine vernünftige Politik unterstützt die vielen freiwilligen Helfer in der Zivilgesellschaft, die sich um die Integration der Flüchtlinge kümmern. Und zugleich lässt sie sich nicht von kriminellen Schlepperbanden vorschreiben, welche Menschen auf illegalen Wegen nach Europa gelangen.

Gleichzeitig meinen wir aber, dass die Fixierung auf das Thema Flüchtlinge der falsche Ausdruck einer Wut ist, die sich in ganz anderen Bereichen des Lebens angesammelt hat. Wer nur befristete Arbeitsverträge hat, wessen Rente zu klein ist und wessen Kinder keine anständige Schuldbildung mehr bekommen können,(...) der hat jeden Grund, auf "die da oben" sauer zu sein. Und wer gleichzeitig eine Erfolgsmeldung nach der anderen hört, wie reich dieses Land doch sei und wie gut es uns allen angeblich gehe, der bekommt immer öfter das Gefühl, das hier nicht mehr über sein Leben gesprochen wird. Wir wollen diesen Stimmen wieder Gehör verschaffen. Die Lösungen für die vielen alltäglichen Probleme sind nicht so unmöglich, wie die CDU-geführten Regierungen seit nunmehr 13 Jahren behaupten, eine Legende, der auch SPD und Grüne in jüngster Zeit nicht mehr viel entgegengesetzt haben.

Damit die Wut (...) zu einer Änderung der sozialen Verhältnisse führt, finden sich in der Sammlungsbewegung viele Stimmen aus den unterschiedlichen Milieus. Innerhalb von nur 3 Tagen haben sich bereits ca. 40 000 Bürgerinnen und Bürger auf aufstehen.de registrieren lassen. (...)

Alexander Relea-Linder,

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