Lesermeinung

Zur "Night of Light" in Aalen:

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Selten hat mich eine Aktion so emotional berührt wie diese bundesweite Demonstration von 30 000 Teilnehmenden der Kultur- und Veranstaltungsbranche: Wie ein "Leuchtturm" war der rot angestrahlte Turm unserer Stadtkirche von Weitem zu sehen.

Selten hat mich eine Aktion so emotional berührt wie diese bundesweite Demonstration von 30 000 Teilnehmenden der Kultur- und Veranstaltungsbranche: Wie ein "Leuchtturm" war der rot angestrahlte Turm unserer Stadtkirche von Weitem zu sehen. Und auch aus der Nähe betrachtet war es absolut beeindruckend – aber auch erschütternd. Danke für den guten Artikel, und danke für diesen nachdrücklichen Hilferuf an die Politik! Ich frage mich, wie wir als Gesellschaft, die ohne Kultur nicht vorstellbar ist, eine Antwort auf diese dringliche Frage finden. Was wird sein, wenn diejenigen, die einigermaßen heil durch die Krise kommen (die womöglich trotz staatlicher Förderung z.B. in der Autobranche noch Dividende und Boni ausbezahlt bekamen) später wieder ihre Jazzfestivals, Szenetheater, Konzerte in Berlin, Paris oder in Aalen und Umgebung genießen wollen – und es gibt sie nicht mehr? Diese weltweite Krise ist auch an der Frage der Kultur ein dringender Impuls, Gesellschaft neu zu verstehen und das Aufeinander-Angewiesen-Sein neu zu denken: Wir sind "viele Glieder – doch ein Leib!" Das Bild aus der Bibel, das besagt, dass ein Glied ohne das andere nicht existieren kann, passt hier ganz gut. Ich wünsche mir kreative Ideen aus Gesellschaft und Politik als Antwort auf diese Aktion. "Umverteilen!" könnte für mich ein Slogan sein, und ich würde mich sofort an einem Topf beteiligen, mit dem die Nutznießer der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft (darunter dann möglichst ein paar richtig reiche) an der Seite eines vom Staat zu spannenden Rettungsschirmes ihren Beitrag zum Überleben der Selbstständigen in der Kulturbranche leisten.

Susanne Büttner, Aalen

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