Verpasste Chance zu Ostern

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Vor gut einer Woche wurden die Maßnahmen beschlossen, die uns eigentlich ab den Osterferien (...) einschränken sollten. Die große Chance zu nutzen und (...) so gut wie alles auf Null zu fahren würde uns nie rücklaufende Zahlen bringen, aber eben (...) stagnierende.

Vor gut einer Woche wurden die Maßnahmen beschlossen, die uns eigentlich ab den Osterferien (...) einschränken sollten. Die große Chance zu nutzen und (...) so gut wie alles auf Null zu fahren würde uns nie rücklaufende Zahlen bringen, aber eben (...) stagnierende. (...) Der Grundsatz war, in einer relativ kurzen Zeit das gesamte öffentliche Leben so herunterzufahren, damit diese dritte Welle schnell gebrochen wird. Derweil haben wir im Ostalbkreis eine 7-Tage-Inzidenz von 157 am 29. März und die Frage danach, wie die immer weiter steigenden Fallzahlen gebremst werden können, wird immer lauter. Denn es benötigt erst einen Aufruf der Kanzlerin Merkel am Abend des Palmsonntag, damit unser MP Kretschmann tätig wird und endlich seine Landräte aufruft zu handeln. Die Regelung der Notbremse ist mittlerweile mehr als alt und auch jeder Landrat sollte es verstanden haben. Falls nicht, gibt es alle Verordnungen auch in "Leichter Sprache". Beispielsweise müssten 18 Kreise am Gründonnerstag spätestens schließen mit Inzidenzwerten über 100 und vier Kreise von über 200 in BaWü, wobei nur jeweils ein Kreis diese vorgegebenen Maßnahmen der Notbremse komplett in Betracht gezogen hat. Im Umkehrschluss kommen 20 Landräte ihrer Verpflichtung nicht nach, in Bezug auf die pandemische Lage und Verordnung des Landes dringend erforderliche Maßnahmen zu ergreifen. Ein Armutszeugnis nicht nur für Bund und Land, sondern auch auf Kreisebene fehlt es an Umsetzung.

Um eben diese Welle zu brechen waren diese Ruhetage vorgesehen. Es wäre ein sehr nützlicher Helfer gewesen, die Infektionsketten zu unterbrechen, nicht die Zahlen langfristig herunter zu fahren. Aber dieser Gedanke wurde uns ja von den Wirtschaftslobbyisten schnell wieder zunichte gemacht. Denn alle Wirtschaftsverbände sträubten sich gegen irgendwelche Maßnahmen, die letztendlich auch mal sie selber treffen könnten. Jahr für Jahr fahren BMW, Mercedes, VW und Zulieferer Milliardengewinne ein, nutzen alle Vorteile dieser Pandemie mit KuG und Verkaufszuschuss aus, um gleichzeitig die Chance auf Pandemieeindämmung auf Kosten der Allgemeinbevölkerung zu kippen und ihre Gewinne weiter zu sichern. Dabei werden etlichen Branchen seit Beginn der Pandemie Grundlagen genommen (...): Bildung, Künstler, Kulturtreibende, Gastgewerbe, Gastronomie, Dienstleistungen, Einzelhandel & Sportstätten. Lieber einen kurzen, krassen Lockdown als dieses Sterben ganzer Branchen auf Raten. Auch auf Kreisebene scheint jegliche Hoffnung, dass die genannten Branchen unterstützt und geschützt werden, vergebens.

Markus Leinmüller, Leinzell

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