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Zur Rassismus-Debatte und der Umbenennung des Augsburger Hotels "Drei Mohren" :

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Rassismus und der – verbale – Kampf gegen ihn, ist zur Zeit gerade in aller Munde. Bilder von prügelnden Polizisten bei unseren Freunden überm großen Teich und massenhaft Demonstrationen gegen Rassismus beherrschen die Medien.

Rassismus und der – verbale – Kampf gegen ihn, ist zur Zeit gerade in aller Munde. Bilder von prügelnden Polizisten bei unseren Freunden überm großen Teich und massenhaft Demonstrationen gegen Rassismus beherrschen die Medien. Eins vorneweg: Rassismus ist eines aufgeklärten, denkenden und intelligenten Wesens wie dem Menschen nicht würdig – er zeigt ganz eindeutig wes Geistes Kind man ist und entsteht natürlich im Kopf.

Aber ob ein Restaurant nun "Zum Mohren", "Zum bunten Hund" oder "Zum durchgeknallten Brokkoliröschen" heißt, sollte doch schlichtweg egal sein. Man unterstellt doch auch keinem "Kronenwirt", dass er ein verkappter Royalist ist. Wer sich am Namen eines Hotels aufgeilt und Betreiber sowie Gäste in die rassistische Ecke stellt, hat wohl in besagtem Kopf nicht viel Substanzielles aufzuweisen. Sich an Nichtigkeiten aufzuhängen und mit dem Finger anklagend darauf zu zeigen, ist ja auch soviel einfacher als der Ursache auf den Grund zu gehen. Eine Hotelumbenennung ist da ein wirklich armseliges Zeugnis.

Und noch was ganz zum Schluss: Rassismus und Nationalismus ist kein "Privileg" der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund – also quasi dem Äquivalent zum amerikanischen Begriff der "weißen Oberschicht" – und kommt auch nicht nur dort vor.

Ich habe mich hier in meinem Land schon ungezählte Male von Mitbürgern mit dem vielzitierten Migrationshintergrund und als Gast im Ausland von Vertretern des jeweiligen Gastgeberlandes als Kartoffelfresser, Kraut, Boche, Piefke, Käsbrot und selbstverständlich auch als Nazi bezeichnen lassen müssen. Einfach nur aufgrund meiner Nationalität.

Ulrike Bulling, Lorch

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