Lesermeinung

Zur Schätteretrasse:

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Wäre neben den vorhandenen Radwegen vom Kochertal auf das Härtsfeld unbedingt ein weiterer erforderlich, dann könnte der Ausbau der Schätteretrasse eine Option sein.

Wäre neben den vorhandenen Radwegen vom Kochertal auf das Härtsfeld unbedingt ein weiterer erforderlich, dann könnte der Ausbau der Schätteretrasse eine Option sein. Nur: Man braucht keinen weiteren Aufstieg, es gibt genug! Nun gibt es Leute, die nachdrücklich und mit Hinweis auf die "angenehm leichte Steigung" des Trassenabschnitts Parkplatz – Tunnel fordern, diesen für Radfahrer freizugeben. Wenn aber dieselben Leute in die Dolomiten reisen und dort eine Woche lang täglich die steilsten Pässe rauf- und runter bolzen, werden sie mit ihrer Forderung unglaubwürdig.

Bei der Beurteilung von Radwegen ist das Kriterium "Steigung" vernachlässigbar. Der explosionsartig wachsenden Anzahl der E-Biker ist es völlig egal, ob ein Radweg steil, angenehm oder sonst was ist.

Der Vergleich mit anderen zu Rad- und Wanderwegen umgebauten Bahntrassen hinkt, weil die Schätteretrasse nicht im ebenen Gelände, sondern an einem extrem steilen Hang entlangführt. Dies würde einen Ausbau erheblich verteuern! Und die Frage aufwerfen, ob zurzeit nichts Wichtigeres ansteht, als mit dem teuren Umbau der Schätteretrasse den Radfahrern das Slalomfahren durch Wandergruppen zu ermöglichen.

Der Versuch, auf der Trasse für begrenzte Zeit Radfahren in Schrittgeschwindigkeit zuzulassen, ist realitätsfern und wird keinerlei Erkenntnisse bringen. Schrittgeschwindigkeit ist Wandertempo, bedeutet also eine Geschwindigkeit von vier bis fünf Stundenkilometern. So langsam fährt kein Mensch mit dem Rad.

Das Coronavirus hat einen Radfahrboom ausgelöst, die Umsätze der Hersteller vor allem im Bereich E-Bikes steigen. Das ist erfreulich, jedoch kein Anlass, einen Haufen Geld für den ("fledermausgerechten") Umbau des Tunnels und des Spazierweges zu einer sicherheitstechnisch einwandfreien Radfahr- und Wandertrasse zu verschleudern. Das Gelände um Viadukt/Tunnel/Böllerweg/Kocherursprung sollte ein besonderes Stück stiller Natur bleiben und die Forderung für den vierten oder fünften Radaufstieg zum Härtsfeld gehört in dieselbe Tonne wie der Aprilscherz "Seilbahn".

Winfried H. Vogt

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