Lesermeinung

Zur Schnelltest-Strategie der Stadt Aalen und dem Antrag der Grünen-Fraktion im Aalener Rat:

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Ist es tatsächlich "Aktionismus" und "Effekthascherei", einen Antrag zur Verbesserung des aktuell zentral eingerichteten Testkonzepts für Bildungseinrichtungen zu stellen?

Ist es tatsächlich "Aktionismus" und "Effekthascherei", einen Antrag zur Verbesserung des aktuell zentral eingerichteten Testkonzepts für Bildungseinrichtungen zu stellen? Woraus erklärt sich die Annahme, dass eine Optimierung und Dezentralisierung der Schnelltestprozeduren, wo immer möglich, für Verunsicherung sorgen könnte? Anstelle sich dem Thema anzunehmen und die Situation für die Betroffenen zu verbessern und dadurch den Einsatz der Bildungskräfte zu würdigen, windet sich die Verwaltungsspitze und OB Thilo Rentschler verteilt bei Anmerkungen zum Thema während der Sitzung einen Ordnungsruf. Man setze ja schließlich immer alles präzise und gemäß der gegebenen Rahmenbedingungen um. Aber die Stadtverwaltung wird nie proaktiv darüber hinaus tätig, auch wenn das hier explizit möglich wäre. So ist das eben im Bereich Bildung auf lokalpolitischer Ebene in unserer Region. Es gibt schließlich Bereiche mit größerer, öffentlicher Reputation, bei denen es vermeintlich lukrativer ist, im Turbo-Modus voranzuschreiten. Wer am Donnerstag bei der öffentlichen Sitzung des Aalener Gemeinderats miterlebt hat, zu welch ausufernden Diskussionen die städtischen Vorschläge zur Rückerstattung der für den Lockdown bereits eingezogenen Kita-Gebühren geführt haben, der versteht, dass zur Unterstützung des Bildungssektors in Zeiten der Pandemie permanentes Minimalprinzip gefahren wurde und wird. Da müssen erst die Gemeinderäte die Beschlussfassung und die Gebührenordnung in großer Runde korrigieren, damit tatsächlich erkennbar gewürdigt wird, was Eltern und Kinder die vergangenen Wochen zur Reduktion des Infektionsgeschehens erneut geleistet haben. Es wurde diesbezüglich nach einem Jahr Pandemie kommunalpolitisch kein Lernfortschritt erzielt. Es zeigt sich nun mehr als zuvor der Unterschied zwischen Schönwetter-Politikern und denen, die Krise können und hier fundierte Entscheidungen für die Zukunft treffen.

Norbert Schinko

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