15 Kilogramm TNT in einem Bienenstand versteckt

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Der in einem Bienenstand im Aalener Ortsteil Goldhöfe aufgefundene Sprengstoff.
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Überraschender Fund: Bestände aus dem Zweiten Weltkrieg in Goldshöfe entdeckt. Einsatz für LKA-Spezialisten

Aalen-Goldshöfe. Sprengstoff lässt Häuser einstürzen, hilft, Tunnelröhren voranzutreiben – oder wird in Steinbrüchen verwendet, um massives Gestein zu lösen. In der Bienenzucht findet er an und für sich keine Anwendung. Nicht schlecht staunte daher ein Bürger im Aalener Teilort Goldshöfe, als er am Mittwochmorgen um etwa 8.45 Uhr einen Bienenstand ausräumen wollte – und dabei Sprengstoff entdeckte, und zwar richtig viel: insgesamt rund 15 Kilogramm des hochexplosiven Materials, verpackt in vielen kleinen Paketen und umhüllt von Pergamentpapier und versehen mit Siegeln unterschiedlicher Farben. Der Finder tat das nach Polizeiangaben einzig Richtige – und informierte die Polizei.

Vom Polizeipräsidium aus machte sich eine Streife auf in Richtung Goldshöfe. Die Kollegen haben dann vor Ort entschieden, Kontakt aufzunehmen mit dem Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart, berichtet Jonas Ilg vom Polizeipräsidium Aalen. Dort gebe es Experten, die sich um solche Funde kümmern. Die LKA-Leute fuhren in den Ostalbkreis und schauten sich den Fall an. Nach deren Erkenntnissen stammt der Sprengstoff vermutlich aus dem Jahr 1944 – und wurde vermutlich zu Kriegszeiten dort versteckt. Auf den Siegeln der Pakete waren nämlich Jahreszahlen aufgedruckt. Die Spezialisten aus Stuttgart zogen auch den Schluss, dass es sich bei dem Sprengstoff um TNT handelt, wie Ilg weiter berichtet. Die Mitarbeiter des LKA entschlossen sich, das Material kontrolliert zu sprengen, so Ilg. Sie transportierten das TNT nach Bartholomä zum Steinbruch dort und brachten es zur Explosion, bei der niemand zu Schaden kam.

Übrigens kommen solche Funde aus Weltkriegszeiten immer wieder vor. Erst im September hatten Arbeiter im Schwäbisch Gmünder Teilort Bettringen beim Sortieren von Altmetall in ihrem Betrieb unter dem Metallschrott eine Wurfgranate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Auch in diesem Fall kamen Spezialisten des Landeskriminalamtes zum Einsatz – und sprengten sie im Bartholomäer Steinbruch.

TNT – ein Sprengstoff fürs Militär

Zu den bekanntesten Explosivstoffen der Kriegsführung gehört nach einem Bericht der ARD-Reihe "Planet Wissen" das Trinitrotoluol (TNT).

1863 stellte der deutsche Chemiker Joseph Wilbrand den hochexplosiven Stoff erstmals her. Als Füllmittel für Granaten erlangte der Stoff in der deutschen Rüstungsindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer größere Bedeutung.

Mit einer Explosionsgeschwindigkeit von neun Kilometern pro Sekunde suchte er lange Zeit seinesgleichen. Mittlerweile werde aber auch diese Rekordleistung von noch wirkungsvolleren Substanzen in den Schatten gestellt, CL-20 etwa. Quelle: Planet Wissen

Im Steinbruch in Bartholomä wurden die TNT-Pakete kontrolliert zur Explosion gebracht.

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