B 29: Vierspuriger Ausbau bei Essingen gestartet

  • Weitere
    schließen
  • schließen

Offizieller Baubeginn mit Feier und Spatenstich am Montag. Für Böbingen gibt es nach Angaben von Staatssekretär Bilger noch keine Entscheidung.

Essingen/Böbingen

Blasmusik, Bratwurst-Stand, sogar ein bisschen Sonne: Für die meisten Besucher war der Spatenstich zum vierspurigen Ausbau der B 29 zwischen Mögglingen und Aalen am Montag in Essingen ein Tag fast mit Volksfest-Charakter. Nur die Gruppe aus Böbingen rollte ihr großes Banner mit der Forderung "Der Tunnel MUSS kommen" am Ende der knapp einstündigen Feier etwas geknickt ein. Denn für sie hatte der Gast aus dem Bundesverkehrsministerium, CDU-Staatssekretär Steffen Bilger, nicht die erhofften Nachrichten dabei.

Daten zum Ausbau

Regierungspräsident Wolfgang Reimer legte die Daten und Fakten zum vierspurigen Ausbau zwischen dem Ende der Mögglinger Ortsumgehung und Aalen dar: 3,5 Kilometer ist der Streckenabschnitt insgesamt lang, aufgetrennt in zwei Bauabschnitte. Fertigstellung soll Ende 2024 sein. Diese vergleichsweise lange Bauzeit begründete Reimer mit den vielen Sonderbauwerken, allein sechs Brücken seien nötig. Ziel sei, die Arbeiten möglichst ohne Vollsperrungen zu schaffen. Den Ausbau der B 29 nannte Reimer "Voraussetzung dafür, dass die Wirtschaft im Ostalbkreis weiter boomt".

Lange Planungen

Essingens Bürgermeister Wolfgang Hofer blickte auf die Anfänge der Planungen, die bis in die 1970er-Jahre zurückreichen. Erste Planfeststellung war im Jahr 1992, die neue dann 2002. Hofer betonte, die Gemeinde habe "sehr viel Geduld aufbringen müssen". Er hoffe, die "Stau-Misere" am Bahnhof habe endlich bald ein Ende. "Heute ist ein riesengroßer Festtag für Essingen", freute sich der Bürgermeister. Der Ausbau der Bundesstraße sei allerdings weniger ein Wunsch als eine Notwendigkeit. Und: Eine "Mobilitätsdrehscheibe" wie seine Gemeinde brauche nicht nur eine gut ausgebaute Bundesstraße, sondern auch einen Schienenhalt. Der Bahnhof sollte daher wieder aktiviert werden, forderte Hofer.

Auch Staatssekretär Steffen Bilger nannte es "beeindruckend", wie lange es manchmal dauern könne bis zum Spatenstich. Für den Bund, der von den knapp 50 Millionen Baukosten 41 Millionen übernehme, sei es aber völlig klar, dass eine leistungsfähige Infrastruktur notwendig im Land sei. Die B 29 habe eine wichtige, überregionale Bedeutung. Der Spatenstich war für Bilger deshalb "ein Tag der Freude."

Landesverkehrsminister Winfried Hermann meinte, noch immer arbeite die Landesregierung beim Ausbau der B 29 "alte Versprechungen ab". Die Region habe dafür lange gekämpft und die Verwaltung lange, ja zu lange geplant. Diese Zeiten seien glücklicherweise vorbei, weil der Bund deutlich mehr Geld zur Verfügung stelle. Die knapp 50 Millionen Baukosten seien "verdammt viel Geld", so Hermann. Dies verbessere aber nicht nur den Verkehrsfluss, sondern diene auch der Verkehrssicherheit. Dennoch müssten alle Baumaßnahmen immer auch unter dem Gesichtspunkt der Klimaverträglichkeit geprüft werden und Mobilität nicht nur vom Auto her, sondern "ganzheitlich" gedacht werden.

Für Landrat Dr. Joachim Bläse war es nach eigenen Worten der erste Spatenstich seiner Amtszeit. Der B-29-Ausbau komme auch ihm persönlich entgegen, schließlich fahre er täglich von Lindach nach Aalen. Bläse verwies darauf, dass auch die Kommunen Aalen und Essingen ihren Teil der Kosten tragen. "Wir beweisen hier, dass der Föderalismus funktioniert", meinte Bläse.

Wie geht's in Böbingen weiter?

Laut Staatssekretär Bilger sind die Unterlagen des Landes mit den möglichen Varianten, darunter dem favorisierten Tunnel, für den B-29-Ausbau in Böbingen im Bundesverkehrsministerium angekommen. Allerdings gäbe es eine "bedenklich hohe Kostensteigerung". Verglichen mit der Bedarfsanmeldung im Bundesverkehrswegeplan hätten sich diese sogar verdreifacht. Er könne deshalb heute noch keine Entscheidung verkünden und wollte sich auch nicht auf einen Zeitplan festlegen. Wenn ein Tunnel wirtschaftlich darstellbar sei, könne er auch gebaut werden, so Bilger. Ihm sei bewusst, welche Bedeutung ein Tunnel für Böbingen habe, sowohl städtebaulich als auch für die Anwohner. Das Ministerium werde nun "vertieft untersuchen und Kosten validieren". Bilger: "Ich bin aber positiver Dinge, dass es am Ende gelingt."

Verkehrsminister Hermann betonte, "wenn wir bauen, dann, um die Anwohner zu entlasten". Dass der Bund sich die Kosten genau anschaue, sei richtig. "Wir im Land sehen aber keine verträgliche Lösung für Böbingen außer den Tunnel."

Zurück zur Übersicht: Aalen

WEITERE ARTIKEL