Aalen braucht Klassik

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Ehrungen bei der Oratorienvereinigung Aalen: v.l. Simone Fürst-Adriaans, Helga Otto, Sophie Buchberger, Dr. Ursula Bösl, Norbert Locher (25 Jahre Mitglied), Prof. Dr. Bernd Schröder (25 Jahre Mitglied), Petra Gneipelt, Hans Zürn. Foto: sk

Pandemie mach es den Vereinen schwer.

Aalen. Die Oratorienvereinigung Aalen hat es sich seit jeher zur Aufgabe gemacht, klassische Musik in Aalen erlebbar zu machen. Drei Abteilungen sorgen dafür: Der Konzertchor, das Kammerorchester Collegium musicum und der Konzertring mit dem Angebot hochwertiger, klassischer Konzerte in der Stadthalle. „Die Oratorienvereinigung lebt vom Einsatz der Menschen, die in den drei Abteilungen tätig sind und viele Stunden ihrer Freizeit dafür einsetzen, dass die klassische Musik im Aalener Kulturleben ihren Platz hat“, führte Helga Otto aus.

In der Gaststätte der Aalener Sportallianz hatte sich eine kleine Gruppe von Vereinsmitgliedern eingefunden, um die Jahresberichte aus Chor, Orchester und Konzertring zu hören. Für den Konzertchor sprach Sophie Buchberger von einem „grandiosen Auftritt“ bei der Musik zur Marktzeit in der Stadthalle. „Alle waren froh, dass wir endlich wieder auftreten konnten“, so Buchberger. Pandemiebedingt musste der Chor mehrmals pausieren und auch sonst in eher kleinerer Besetzung wegen häufiger Krankheitsfälle proben. Dennoch sind für den 26. November in der Stadtkirche Aalen und am 27. November in der Versöhnungskirche Oberkochen wieder Auftritte geplant. Mit einer neu gestalteten Homepage und zielgerichteten Maßnahmen will der Chor sich künftig verstärkt um neue Sängerinnen und Sänger bemühen. Ihr Dank galt Dirigentin Katja Trenkler, die mittlerweile 15 Jahre lang die musikalischen Fäden des Chors in der Hand hält.

Von großen finanziellen Verlusten und turbulenten Zeiten sprach Petra Gneipelt als Vorstand des Collegium musicum. Sponsorengelder seien weggebrochen, die Besucherzahlen bei Konzerten nicht wie gewohnt. Trotz aller Schwierigkeiten halte das Orchester toll zusammen, fast wie eine „eingeschworene Gemeinschaft“, so Gneipelt. Erst vergangene Woche fand das Konzert „Veränderungen“ unter dem professionellen und sympathischen Dirigat von Manuel Durao großen Anklang beim Publikum.

Einen ausführlichen Einblick in die aufwendigen Geschäfte des Konzertrings gab Geschäftsführerin Simone Fürst-Adriaans. Während in der vergangenen Saison ein reguläres Programm nicht darstellbar war, wartet der Konzertring in dieser Saison mit fünf besonders ansprechenden Konzerten und Künstlern auf, die auf der ganzen Welt zu hören sind. Darunter das Ensemble „Spark“, die Stuttgarter Philharmoniker mit dem Geiger Shlomo Mintz, oder „The Clarinet Trio Anthology“ mit dem Weltklasse-Klarinettisten Daniel Ottensamer aus Wien. „Ich wünsche mir, dass mehr Menschen in Aalen diese wunderbare Musik genießen“, sagte Simone Fürst-Adriaans mit nachdenklichem Unterton. Angst und eine gewisse Lethargie habe sich breitgemacht. Doch nichts gehe über ein Live-Konzert, so Fürst-Adriaans. Kostengünstige Abonnements für die fünf Konzerte sind bis zum 22. Oktober bei MusikAA erhältlich.

Die Unterstützung der Oratorienvereinigung seitens der Stadt Aalen versicherte Dr. Roland Schurig, Leiter des Amtes Kultur und Touristik. Auch im kulturellen Bereich der Stadt habe man mit ähnlichen Problematiken zu kämpfen. Bei einer Regionalkonferenz auf Schloss Kapfenburg will man Ideen sammeln, wie es künftig in den Kulturbetrieben weitergehen kann.

Die üblichen Regularien brachten keine Neuerungen. Die Vorstandschaft wurde erneut gewählt. Für den ausscheidenden Kassenprüfer Wolfgang Schlipf wurde Hans Zürn gewählt.

⋌Sibylle Schwenk

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