Aalener helfen syrischen Kindern

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Die Aalener Delegation besucht den Verein „Ozean der Hoffnung“. Mit dabei haben sie Spenden in Höhe von 2000 Euro. Hinten von links: Christoph Wegel, Martina Lechner, Finn Stammler, Peter Peschel, Roland Hamm, Doris Klein, Wolfgang Steidle, Thi
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Die Delegation aus Aalen besucht den Verein „Ozean der Hoffnung“ in der türkischen Partnerstadt Antakya. Das Projekt hat sich weiterentwickelt.

Antakya

Die Kinder halten Plakate hoch, als die Delegation aus Aalen kommt. „Deutschland“, „Aalen“ und „Willkommen“ ist darauf in mehreren Sprachen zu lesen. Außerdem haben sie Bilder gemalt, die sie den Mitgliedern später schenken werden. Mustafa zum Beispiel hat das Logo des Vereins „Ozean der Hoffnung“ gezeichnet, daneben eine deutsche Flagge.

Der Verein in Aalens türkischer Partnerstadt Antakya kümmert sich vor allem um Kinder, die vor dem Krieg aus Syrien geflüchtet sind. Aus Aalen kommt dabei viel Unterstützung. Auch bei diesem Besuch in der türkischen Partnerstadt hat die Delegation Spendenschecks dabei. Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, der die Delegation leitet, übergibt 500 Euro von der Stadt Aalen und Roland Hamm 500 Euro vom Partnerschaftsverein. 500 Euro spenden Roland und Conny Hamm privat. 100 Euro hat ihm Gemeinderatskollegin Christa Klink mitgegeben. 400 Euro hat die Delegation unter den Teilnehmern der Reise für den Verein gesammelt.

„Ich bin gerührt“, sagt die Vorsitzende Arzu Savas. Dass Menschen, die von so weit herkommen, das Projekt unterstützen, streicht sie besonders hervor. Der Delegation erzählt sie von den Anfängen des Vereins. „Bei Kriegsbeginn haben wir Kinder gesehen, die Mülltonnen durchwühlt haben“, sagt sie. Die Kleinen seien auf der Suche nach Essensresten gewesen. „Wenn wir das beobachtet haben, haben wir ihnen Essen bestellt und gebracht.“ Doch so hätten sie nur wenige Kinder erreicht. Vor rund viereinhalb Jahren hätten sie daher den Verein gegründet mit einer festen Anlaufstelle in der Stadt. „Die Kinder brauchen nur diese Adresse zu kennen“, sagt Arzu Savas. Kämen sie nun, werde ihnen sofort geholfen. Im Haus des Vereins bekämen sie Essen, Kleidung, einen Arztbesuch oder was immer sie benötigen. „Sie müssen nicht betteln, bitten oder beantragen“, sagt die Vorsitzende.

Natürlich hätte der Verein nichts dagegen, wenn Hilfsbedürftige zu den Ämtern gingen. Doch dort müssten sie Unterlagen zeigen. „Wenn sie Flüchtlinge sind, haben sie oft gar keine Möglichkeit, eine Geburtsurkunde vorzulegen“, sagt Arzu Savas. Dem Verein sei es daher ein Anliegen, erste Hilfe zu leisten. Mit der Zeit könnten Geflüchtete dann auch Hilfe von den Ämtern bekommen.

Inzwischen könnten die Kinder beim Verein auch Sprachunterricht nehmen in Türkisch, Arabisch und Englisch. Auch Musikunterricht werde angeboten. Dabei seien nicht nur syrische, sondern auch türkische Kinder willkommen, wenn sie aus Familien kommen, die sich solchen Unterricht sonst nicht leisten könnten.

Künftig sollen auch Nähkurse für Frauen angeboten werden. Dazu werde im Moment eines der Klassenzimmer umgebaut. Schuluniformen bekämen die Kinder bereits vom Verein. Ziel ist, dass die Frauen künftig auch andere Kleidung für die Kinder herstellen.

Steidle bedankt sich an Ende bei Savas, und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und sagt: „Wir konnten uns versichern, dass jeder Euro gut angelegtes Geld ist.“

Bei Kriegsbeginn haben wir Kinder beobachtet, die Mülltonnen durchwühlt haben.“

Arzu Savaş, Vorsitzende „Ozean der Hoffnung“
Die Kinder haben Willkommensschilder für die Aalener Delegation vorbereitet.
Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle macht ein Selfie mit den Kindern.
Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle übergibt einen Spenden-Scheck über 500 Euro an die Vorsitzende des Vereins "Ozean der Hoffnung", Arzu Sava_.
Gruppenfoto vor dem Haus des Vereins zum Abschied.

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