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Aalener Parallelwelten

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Jürgen Steck
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Jürgen Steck und die zwei Umlaufbahnen in Aalen.

Wie in parallelen Umlaufbahnen, nur wenige Meter voneinander entfernt, und doch anscheinend völlig losgelöst, gleichsam verbindungslos, geschieht am Montag Folgendes: Patienten, die im Ostalb-Klinikum liegen müssen, können nicht mehr besucht werden von ihren Liebsten. Nur noch in ganz wenigen Ausnahmefällen ist das möglich. Und die Verantwortlichen in den Kliniken im Ostalbkreis haben auch beschließen müssen, dass nur noch die Hälfte der eigentlich geplanten Operationen durchgeführt werden kann. Es werden keine Termine in den Klinikambulanzen mehr vergeben, mit wenigen Ausnahmen, etwa für Krebspatienten. Weil die Situation an den Kliniken dramatisch ist. Für Patientinnen und Patienten. Für Pflegerinnen und Pfleger. Für Ärztinnen und Ärzte. Und dann öffnet an diesem Montag – wie sprechen von derselben Woche im selben Jahr – der Aalener Weihnachtsmarkt, der Adventszauber. Das kriegt man nicht zusammen. Gern wollen wir den Veranstaltern dieses Zaubers glauben, dass sie alles Menschenmöglich tun, um zu verhindern, dass sich dort Menschen mit Corona anstecken – jener Krankheit die verantwortlich ist dafür, dass die Situation an den Kliniken ist, wie sie ist. Bei allem Verständnis für die, die dort gern hingehen. Auf eine Wurst. Auf ein, zwei Glühweine. Und für die, die dort Geld verdienen müssen – eines ist sicher: Hilfreich in der Sache ist der Markt nicht. Wichtig ist nun, dass die Verantwortlichen in der Stadt dafür sorgen, dass das, was von den Veranstaltern, vom ACA, versprochen wurde - größtmögliche Sicherheit - eingehalten wird. Mit einem genauen Blick auf das Geschehen. Mit mutigen Entscheidungen, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Nicht dass man in zwei Wochen sagen muss: Hätten wir ihn doch abgesagt, diesen ganzen Zauber.

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