Aalener Sonderzuschuss für TSG-Sportplatz ist durch

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Ein Blick auf die bereits begonnenen Sanierungsarbeiten am Spielfeld der TSG Hofherrnweiler/Unterrombach.
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Die deutliche Ratsmehrheit stimmt für einen Ausnahme-Bonus für die TSG-Hofherrnweiler-Unterrombach. Aber es kommt auch Gegenwind.

Aalen. Die Entscheidung ist durch: Die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach erhält für die Sanierung ihres maulwurfgeschädigten Sportplatzes einen 100-Prozent-Zuschuss von der Stadt Aalen. Weil es sich um eine coronabedingte Sondersituation handelt, wird die Sportförderrichtlinie der Stadt Aalen, die ansonsten für entsprechende Maßnahmen eine Förderung von 30 Prozent vorsieht, „einmalig außer Kraft gesetzt“.

So steht es in der Vorlage der Stadtverwaltung, die der Gemeinderat am Donnerstag mehrheitlich, bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung, beschlossen hat. Diese Beschlussvorlage geht zurück auf einen interfraktionellen Antrag, der von den Grünen, von CDU, SPD und Freien Wählern bei den Haushaltsplanberatungen 2022 gestellt wurde.

Was der Ratsbeschluss bedeutet: Die Stadt kommt aus Mitteln der Sportförderung für die vollen Kosten (396 960 Euro brutto) der Sportplatzsanierung der TSG auf. Die zusätzlichen Anlagen für Beregnung, Flutlicht und Blitzschutz aber fallen aus der Sonderregelung heraus. Dafür gibt es gemäß den Sportförderrichtlinien der Stadt Aalen jeweils eine 30-prozentige Bezuschussung. Demnach summiert sich die städtische Bezuschussung für den TSG-Sportplatz auf maximal 435 020 Euro.

Für die Abwicklung der Baumaßnahme und für Unterhaltung und Instandhaltung des sanierten Sportplatzes ist die TSG zuständig.

„Die Argumentation, dass die TSG einen 100-Prozent-Zuschuss erhält, weil der Sportplatz während der spielarmen Coronazeit von Maulwürfen durchpflügt wurde, ist für mich nicht stichhaltig“, meldete sich Manfred Traub (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub) in der Debatte zu Wort. „Die überwiegende Mehrheit der Aalener Vereine steht diesem interfraktionellen Antrag konträr gegenüber.“ Unter den Corona-Folgen, so Traub weiter, hätten alle Vereine zu leiden. „Dass die TSG einen außerordentlichen Bonus bekommt, halte ich nicht für gerecht.“

Norbert Rehm (Aktive Bürger) gab Traub recht. „Mit diesem Beschluss wird der Frieden in der Sportstadt Aalen nachhaltig gestört.“ In den Augen Rehms ist der Beschluss rechtswidrig.

Seiner Meinung nach seien nicht die Maulwürfe an der Misere schuld. Sondern die städtischen Behörden, die diesen Schaden nicht rechtzeitig behoben hätten. Rehm: „Ich sehe hier keinen Grund für außerordentliche Zuschüsse. Deshalb bin ich erbost.“ Wenn die Stadt für die TSG eine Förderung von 100 Prozent bewillige, müsste sie das im Sinne der Gleichbehandlung auch für die anderen Vereine so entscheiden. „Aber mit diesem Beschluss“, so Rehm, „machen wir die gute Vereinsstruktur der Stadt Aalen kaputt“.

Der Grund für die Ausnahmeregelung

  • Der Rasenplatz der TSG-Hofherrnweiler/Unterrombach am Bohnensträßle war in schlechtem Zustand und zuletzt mit Maulwurfshügeln und Unterhöhlungen übersät. Letzteres sei „coronabedingt“, hieß es. Weil wegen des Lockdowns auf dem Platz nicht trainiert und gespielt werden durfte, konnten sich die Maulwürfe ungestört durchs Erdreich graben und Hügel buddeln. 

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