Albstift kürt Preisträgerinnen

  • Weitere
    schließen
+
Das Albstift hat die Preisträgerinnen des Jugendliteraturwettbewerbs 2021 ausgezeichnet. Im Bild (vorne von links) Rian Kugler (3. Preis), Hannah Liebel (1. Preis), Valentina Niemeyer (Jurorin) mit Carlo; (hinten v. l.) Ulrike Schneider (Jurorin), Rabea Bölstler (2. Preis) Michael Steffel (Juror), Sieglinde Bullinger (Förderverein) Gabriele Hannemann (Albstift) und Wettbewerbsleiterin Andrea Schneider.

Der sechste Jugendliteraturwettbewerb des Aalener Kuratoriums Wohnen im Alter ist entschieden. Hannah Liebel, Rabea Bölstler und Rian Kugler heißen die Siegerinnen.

Aalen

Und plötzlich war alles anders. Diesen Satz assoziieren aktuell wohl viele mit der Corona-Pandemie. Allerdings nicht die drei jungen Autorinnen, die am sechsten Jugendliteraturwettbewerb des KWA Albstift teilgenommen haben und jetzt mit Preisen ausgezeichnet worden sind. Der erste Preis geht an Hannah Liebel, der zweite an Rabea Bölstler und der dritte an Rian Kugler.

Das Prozedere der Preisverleihung ist ungewohnt. Statt – wie bisher – bei einem Festabend im Saal des Kuratoriums Wohnen im Alter mit zahlreichem Publikum, ist die Preisverleihung zweigeteilt.

Der Auftakt ist virtuell. Stiftsdirektorin und Wettbewerbsleiterin Andrea Schneider lobt das Engagement der zahlreichen Wettbewerbsteilnehmer. „Ich war überrascht, wie unterschiedlich das Thema interpretiert worden ist“, sagt die Direktorin des Albstifts und attestiert den Autorinnen viel Kreativität, bedauert aber auch, dass vor allem junge Frauen ihre Texte einreichen und sich wohl junge Männer noch eher weniger von dem Wettbewerb angesprochen fühlen. Sie hoffe in dieser Hinsicht auf den Jugendliteraturwettbewerb im nächsten Jahr, meinte sie augenzwinkernd. Für die sechste Auflage stellt sie fest: „Das sind Texte, die Gänsehaut erzeugen. Danke für Ihre Ideen und Geschichten“, sagt sie.

„Geborenes Glück“ hat Hannah Liebel den Siegertext überschrieben. Jurorin Valentina Niemeyer bezeichnet in ihrer Laudatio die Geschichte von Lotte als „eine herausragende, einfühlsam geschriebene Geschichte, mit wunderbarem Wortlaut, herrlichen Bildern und sympathischer Protagonistin“. Hannah Liebel zeichne die ungewollte Schwangerschaft von Lotte und die Reaktion ihres Freunde sowie ihrer Umwelt spannend nach.

Die Würdigungen

„Hätte ich gewusst, dass ich heute vor der wohl schwierigsten Entscheidung meines Lebens stehen würde, hätte ich mich krankgemeldet.“ Diesen Satz von Rabea Bölstler zitiert Juror Michael Steffel eingangs seiner Würdigung. Die Autorin gehe damit sogleich „in medias res“, um dann auf gerade einmal drei Seiten eine hochdramatische Geschichte mit offenem Ausgang zu erzählen. Steffel betont, die Verfasserin beherrsche ihr Handwerk. Geradezu lehrbuchmäßig setze sie das Konzept der Kurzgeschichte um. Doch nicht nur das Formale auch der Inhalt passe zur gewählten Form der Kurzgeschichte. Steffel skizziert die Geschichte zweier Brüder in der DDR. Der eine Grenzsoldat, der andere Republikflüchtling. Sie treffen am Todesstreifen aufeinander. „Fünf Meter“, so der Titel, kennzeichne eine Konstellation, die schon das Wesen der griechischen Tragödie ausgemacht habe: Wie auch immer sich der Protagonist entscheidet, es wird ihn ins Unglück stürzen.

Um Unglück geht es auch in der Geschichte, die mit dem dritten Preis ausgezeichnet ist. In „Grauburgunder“ erzählt Rian Kugler vom Schicksal eines Alkoholikers und seiner Familie. Sprachlich geschickt erzeuge die junge Autorin Kopfkino, in dem die Umgebung für die Stimmung des Protagonisten stehe, sagt Jurorin Ulrike Schneider. Die SchwäPo-Redakteurin spricht von einem Spannungsbogen, der die verschiedenen Erzählepisoden perfekt zusammenhalte. Pfeilartige Einschübe bestärkten dabei das Gefühl der Eindringlichkeit, der Tristesse, in der der Protagonist sich befinde. Mit einem offenen Ende lasse die Erzählung dem Leser Hoffnung.

Eingangs lobte Julian Hutschenreuther, Vorsitzender des Fördervereins, die „beeindruckenden Werke aller Wettbewerbsteilnehmerinnen“. Der Verein stellt mit der Kreissparkasse, die Preisgelder des Jugendliteraturwettbewerbs. Diese und die Urkunden wurden beim zweiten Termin am Albstift überreicht. aki

Das sind Texte, die Gänsehaut erzeugen. Danke für Ihre Ideen und Geschichten.“

Andrea Schneider

Die Preisträgerinnen

Hannah Liebel ist die Siegerin des Wettbewerbs. Die 18-Jährige Aalenerin hat gerade ihr Jahr als bundesfreiwillige bei explorhino absolviert. Ihre Geschichte hat sie mit „Geborenes Glück“ überschrieben.

Rabea Bölstler hat mit der Kurzgeschichte „5 Meter“ den 2. Preis des Wettbewerbs erhalten. Die 17-jährige Westhäuserin geht auf das Ellwanger Gymnasium St. Gertrudis.

Rian Kugler ist Schülerin des Kopernikusgymnasiums in Wasseralfingen. Die 16-jährige Aalenerin hat mit „Grauburgunder“ den 3. Preis erzielt.

Zurück zur Übersicht: Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL