CO2-Ampeln an weiteren Schulen

Auch berufliche Gymnasien nutzen Ampelsystem

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Jacqueline Bienwald und Ulrich Wörner.

Auch an den beruflichen Gymnasien und der Berufsoberschule kommen CO2-Ampeln zum Einsatz. "Die Ampel misst den CO2-Gehalt in der Luft", erklärt Schulleiter Manfred Kauer.

Aalen. Auch an den beruflichen Gymnasien und der Berufsoberschule kommen CO2-Ampeln zum Einsatz. "Die Ampel misst den CO2-Gehalt in der Luft", erklärt Schulleiter Manfred Kauer. Je nach dem Anteil in der Luft zeigt die Ampel einen von sechs verschiedenen Zuständen an. Je zwei Abstufungen von grün, gelb und rot können angezeigt werden. Grün bedeutet, dass die Luft in Ordnung ist, bei gelb ist ein erhöhter CO2-Gehalt vorhanden und bei rot muss gelüftet werden.

Die Erfahrungen mit den Ampeln: Bislang sind die Erfahrungen mit den Ampeln gut. "Die Schüler sind begeistert", sagt Kauer. "Beim ersten Gelb stehen die einen Schüler auf und Lüften." Die übrigen zücken Jacken und Decken. Im November sind die Temperaturen in der Regel generell kühl. Vor allem aber morgens während der ersten Schulstunden werde es durch das Lüften kalt in den Klassenzimmern. Zeigt die Ampel danach wieder grün an, können die Schüler die Fenster wieder schließen.

Wie lange man lüften muss: "Was auffällt, ist, dass man bei einer Klasse mit 30 Schülerinnen und Schülern schneller lüften muss, als bei einer mit 20 Schülern", sagt Kauer. Von der Regelung, dass alle 20 Minuten gelüftet werden muss, befreien die Luft-Ampeln allerdings nicht. Dafür sei durch sie besser zu erkennen, wann genug gelüftet wurde.

Wer die Ampeln bezahlt hat: "Die Ampeln hat der Förderverein der Schule angeregt und finanziert", erklärt Schulleiter Kauer. Jedes Klassenzimmer sei mit einem dieser Geräte ausgestattet. Die Kosten pro Gerät: rund 200 Euro. Bei 40 Klassenzimmern kommt man "auf einen fast fünfstelligen Betrag, den der Förderverein bereitgestellt hat". err

Umsichtiger Umgang mit der Pandemie

Oberkochen

Wir haben sehr früh reagiert und sind hervorragend damit gefahren." Das sagt Schulleiter Ulrich Wörner vom Ernst-Abbe-Gymnasium. Gehäuft lese man in den Medien, dass Schulen im Ostalbkreis sich um CO2-Messgeräte bemühen und noch nicht im Besitz solcher Geräte seien, fügt Jacqueline Bienwald, Abteilungsleiterin und zuständig für Digitalisierung, hinzu. Aus dem Fundus des eigenen Schulhaushalts hatte sich das EAG drei CO2-Messgeräte beschafft und die Lehrer aufgefordert, den Umgang damit einfach während des Unterrichts zu testen und Erfahrungen zu gewinnen für eine Belastung durch Aerosole.

"Schnell haben wir gemerkt, dass eine 45 Minuten-Belüftung nicht ausreicht", blickt der Schulleiter zurück. "Die Ampel stand aber nie auf Rot", ergänzt Jacqueline Bienwald ein.

Grün, Gelb oder Rot kann das CO2-Messgerät leuchten. Die Erfahrung habe nun gezeigt, dass nach Gelb Handlungsbedarf besteht.

Schon seit Beginn des Schuljahres habe man inzwischen ein gutes Bündel an Erfahrungen gemacht, betonen die EAG-Pädagogen. Und lange bevor das Ministerium für Kultus und Unterricht die Empfehlung für eine Durchlüftung der Klassenzimmer im Turnus von 20 Minuten gegeben habe, sei dies am EAG Usus gewesen.

Wir haben sehr früh reagiert und sind hervorragend damit gefahren.

Ulrich Wörner Schulleiter

Der CO2-Messfilter sei quasi die Initialzündung für die Lüftung alle 20 Minuten gewesen: Fenster und Türen auf, die warme Jacke drüber, Luftaustausch binnen drei Minuten.

Für die Schülerinnen, Schüler und Lehrer ist es schon in Fleisch und Blut übergegangen: Der Erinnerungsgong nach 20 Minuten fürs Lüftungsszenario. Wir sitzen beim Gespräch zu viert im Konferenzraum –viel kleiner als ein Klassenzimmer – nach einer knappen halben Stunde schaltet die Ampel auf Gelb. Heißt: Fenster und Türen auf!

Erfahrung und Bewusstsein seien geschärft worden, blicken Wörner und Bienwald zurück. Am EAG gab es bislang keinen einzigen Corona-Fall. Die Resonanz von Schülern und Eltern sei sehr erfreulich, sagt die Abteilungsleiterin. Und es sei gar nicht nötig, für jedes Klassenzimmer ein Messgerät anzuschaffen. Erfahrungen seien im Kollegium eng vernetzt worden und jeder Lehrer konnte die Messgeräte testen.

Schulleiter Ulrich Wörner sagt, dass man am EAG auch sehr gute Lüftungsmöglichkeiten habe, was nicht zuletzt auch auf durchdachte architektonische Planung des Schulgebäudes zurückzuführen sei.

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