Auch ohne Eile auf den Berg

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Die Zeit wird genau gemessen. In einem Vorlauf wählen die Fahrer ihre Zeit, die sie in zwei Wertungsläufen exakt wieder treffen sollten.

Beim Internationalen Historic Bergrevival in Heubach kommt es nicht aufs Tempo an. Am Wochenende 15. und 16. September fahren Oldtimer die Bergstrecke.

Heubach

Manche erleben ihren Urlaubsspaß am Bodensee, andere in Spanien. Der Heubacher Gunther Holley nutzt seine sommerliche Auszeit für ein ganz besonderes Hobby: er organisiert das Internationale Historic Bergrevival Heubach.

Zum sechsten Mal. Damit am Wochenende 15. und 16. September alles klappt, arbeitet er in diesen Tagen eine lange Aufgabenliste ab. "Das geht ja nicht von selbst, 100 Helfer zu organisieren, eine Strecke sperren zu lassen, die Teilnehmer zu erreichen", sagt er.

Der Erfolg ist es ihm wert. Viele der rund 120 Fahrer mit ihren historischen Autos sind vom ersten Tag an dabei. "Aber jedes Jahr sind auch neue, jüngere Leute am Start", sagt Holley. Und er denkt natürlich an die Fans, die im Fahrerlager rund um die Versandhalle der Hirschbrauerei die Autos ihrer Kindheit erleben, die an der Bergstrecke Richtung Bartholomä das Geschick der Fahrer beobachten können.

Dort kann man sie zwischen Start und Ziel besonders gut bewundern::

  1. 1 Einen guten Überblick hat man gleich auf Höhe "Jägerhaus", dort wird gestartet.
  2. 2 Zuschauerplatz zwei ist auf halber Strecke, zu erreichen über den Parkplatz am Beurener Bächle.
  3. 3 Der dritte Zuschauerpunkt ist in der Spitzkehre vor dem "Stock". Dorthin muss man aber von Lauterburg und Bartholomä aus fahren, die Strecke Heubach-"Stock" ist gesperrt.

Es haben sich fast 120 Teilnehmer angemeldet.

Gunther Holley Organisator

Die Veranstaltung soll an das erste - und einzige – Heubacher Bergrennen am 9. Mai 1965 erinnern. Damals sind im Lauf des Tages 287 Motorräder und Autos auf der Strecke, die alle möglichst schnell die 217 Meter Höhenunterschied bewältigen wollen. Das "Internationale ADAC Historic Bergrevival Heubach" ist kein Rennen, sondern eine Gleichmäßigkeitsprüfung. Wer über 80 km/h Durchschnittstempo fährt, fällt aus der Wertung.

Dennoch geht es um Zehntelsekunden. "Die Fahrer müssen in zwei Wertungsläufen möglichst exakt die Zeit ihres Vorlaufs erzielen", sagt Organisator Gunther Holley. Der Vorjahressieger hat präzise gearbeitet: null Sekunden. "Und die zehn Besten lagen innerhalb einer einzigen Sekunde". Die meisten gönnen sich für die zweieinhalb Kilometer lange Strecke und zweieinhalb Minuten.

Das Heubacher Bergrevival ist inzwischen im Land bekannt. Gunther Holley: "Schon jetzt haben sich fast 120 Teilnehmer mit ihren Autos angemeldet." Damit kehren die alten Tage zurück: viele Fahrzeuge aus den 1960er und 1970er-Jahren sind zu sehen. Die klassischen Porsche 911 ebenso wie Renault Alpine oder NSU TT. Stolz ist Gunther Holley, dass er immer wieder seltene Autos nach Heubach holen kann. Auch ein Audi 100 Coupé aus den 1970er-Jahren zählt dazu. Und erstmals ein Ferrari 330 P4 aus dem Jahr 1967.

Gunther Holley ist längst Bergrevival-Profi. Unterstützung kommt wie immer vom MSC Abtsgmünd, der die Ausrichtung übernimmt. Von vielen der 100 nötigen Helfer hat er eine Zusage. Und, ganz wichtig, auch von seiner Frau Christiane Holley. Sie beginnt früh am Morgen, um mit Gleichgesinnten 200 Lunchpakete zu richten. "Vor allem für die Mitarbeiter auf der Strecke, die ja nicht wegkönnen", so Holley. Für Fahrer und Zuschauer gibt es Leckerbissen auf dem Brauerei-Areal. Am Samstagabend Flammkuchen und Kutteln, am Sonntag zusätzlich Weißwürste. Natürlich auch Kaffee und Kuchen. Oldtimerfreunde können sich auch samstags schon zu den Teilnehmern gesellen, da ist die technische Abnahme der Fahrzeuge. Viele von ihnen habe eine lange Anfahrt. Gunther Holley: "Deshalb sind die Hotels in Heubach, Mögglingen und auch in Böbingen stark frequentiert.

Blick zurück auf das Jahr 1965: Beim Bergrennen ging es nicht um historische Fahrzeuge. Die waren damals ja nagelneu. Um jede Zehntelsekunde wurde gekämpft. "Der Gmünder Helmut Bopp", so ist in der Gmünder Tagespost am Montag nach dem Rennen zu lesen, "wollte es im zweiten Durchgang wissen. Wagemutig jagte er den Kurs hinauf, schnitt die Kurven zentimetergenau an auf der Suche nach dem geraden Weg zu Ziel. Mit 1.59,5 Minuten stellte er seine Klasse erneut unter Beweis." Er siegte auf dem drei Kilometer langen Kurs mit seiner Honda in der Achtelliterklasse.

Das ist Geschichte. Aktuell ist es ein Oldtimerfest, das immer mehr Zuschauer nach Heubach lockt.

Noch sind Helfer fürs Bergrevival gesucht

Infoabend Wer mithelfen möchte, kann am Samstag, 8. September, um 19 Uhr in den "Goldenen Hirsch" kommen.

Das 6. Bergrevival Heubach ist am 15. und 16. September. Am Samstag ab 17.30 Uhr sind Besucher zu Flammkuchen und Musik in die Versandhalle der Hirsch-Brauerei eingeladen. Am Sonntag starten die ersten Autos ab 9 Uhr.

Organisator Gunther Holley hat für alle eine Plakette bereit.

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