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Auf dem Trockenen

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Die Suche nach dem Leitungsschaden in der Burgstallstraße dauert am Sonntag viele Stunden.
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Über eine mangelhafte Kommunikationspolitik zum Ausfall der Wasserversorgung.

Vorneweg: Der sechsstündige Ausfall der Wasserversorgung im Aalener Stadtgebiet ist noch kein lebensbedrohender Notfall. Großes Lob für die Mitarbeiter der Stadtwerke und der Tiefbaufirma, die schnell vor Ort waren und eine Notversorgung installierten. Darum soll es hier auch gar nicht gehen. Sondern um die mangelhafte Kommunikationspolitik der Stadt Aalen und der Stadtwerke.

Dass bei einem Ausfall der kritischen Infrastruktur bei über tausend Haushalten, in diesem Fall der Trinkwasserversorgung, erhöhtes Kommunikationsbedürfnis besteht, verwundert kaum und zeigen die Hunderte Anrufe beim Wassernotruf, geschaltet auf die Rettungsleitstelle. Nach vier bis fünf Stunden ist es ja nicht unerheblich zu wissen: Kommt das Wasser zeitnah wieder oder sollte man sich was überlegen? Doch während draußen in strömendem Regen die Arbeiter die Straße aufreißen, das Leck suchen und reparieren ist offenbar den ganzen Sonntag niemand in den Abteilungen Kommunikation der Stadt Aalen und der Stadtwerke Aalen in der Lage, eine offizielle Verlautbarung zu veröffentlichen. Die Stadt Aalen postet auf ihrer Facebookseite am Sonntagvormittag „Holz - Baustoff mit Potenzial“ und wenige Stunden später das Kunstwerk auf dem Kreisverkehr in der Bahnhofstraße. Auf der Internetseite der Stadtwerke datiert die letzte Pressemitteilung vom 1. April. Auch die WarnApp Nina - sonst schnell dabei, wenn man mal für eine Stunde Fenster und Türen wegen Rauch geschlossen halten sollte oder sich die Corona-Verordnung zum 50. Mal ändert - bleibt stumm.

Das ist in den digitalen Zeiten ein Armutszeugnis an Kommunikation und man kann nur hoffen, dass bei einer ernsteren Störung an der Infrastruktur die Meldewege besser funktionieren.

Tobias Dambacher

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