Adventskalender, die zwölfte Tür

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"Der Advent ist eine Zeit der Erschütterung", schreibt der Jesuit Alfred Delp. Eine Zeit, "in der der Mensch wach werden soll zu sich selbst".

"Der Advent ist eine Zeit der Erschütterung", schreibt der Jesuit Alfred Delp. Eine Zeit, "in der der Mensch wach werden soll zu sich selbst". Tatsächlich sind wir sehr betroffen hinsichtlich der Infektionszahlen und ihrer Konsequenzen. Staat und Gesellschaft werden auf einen harten Prüfstand gestellt. Diejenigen, die alles besser wissen wollen, mögen sich nur einmal in die Lage derjenigen versetzen, die zu entscheiden haben. Beiläufig werden auch unsere Religionen hart angegangen. Was helfen sie, wenn wir nicht mehr weiterwissen? Offenbar haben wir verlernt, dass gerade die Religionen von Haus aus einen harten Kurs fahren. Je größer der Wohlstand, desto eher wird das Heilige zu einer Wohlfühloase, in der aus der Bluetoothbox nur Lob- und Preisgesang ertönt. Längst haben wir vergessen, dass unsere Religionen aus der Wüste kommen. Offenbar ist der TÜV unseres Glaubens abgelaufen, sonst wäre die Erschütterung, von der Delp 1941 spricht, bis in unseren Advent angekommen. Eine "echte Erschütterung" gibt Kraft zur Veränderung und Raum für ehrfürchtige Zuversicht. Wolfgang Fimpel Pastoralreferent, Aalen

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