Bauern bitten um tolerantes Miteinander

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Mit schweren Geräten sind die Landwirte das ganze Jahr über auf den Feldern im Kreis unterwegs. Archivfoto: opo

Diese Dinge sollten Spaziergänger und Radfahrer bei der Nutzung von Feldwegen beachten. Hubert Kucher, Vorsitzender des Bauernverbandes Ostalb-Heidenheim, und Johannes Strauß, Geschäftsführer des Bauernverbandes, klären auf.

Hunde-Besitzer, Jogger, Fahrradfahrer, Reiter und Spaziergänger nutzen gerne Wege und Flächen, die in erster Linie landwirtschaftlichen Zwecken dienen. Missverständnisse zwischen Erholungssuchenden und Landwirten können vermieden werden, wenn einfache Verhaltensregeln beachtet werden. Der Bauernverband informiert über die aktuelle Lage.

Bauern unter Zeitdruck

"Jeder hat ein Recht auf Erholung in der freien Natur. Doch unsere landwirtschaftlichen Nutzflächen sind für manche der Ort, um sich zu erholen, für uns Landwirte sind sie jedoch die Existenzgrundlage. Deshalb bitte wir um Verständnis und Rücksichtnahme", sagt Hubert Kucher, Vorsitzender des Bauernverbandes Ostalb-Heidenheim.

"Die Landwirte müssen wetterbedingt mit ihren Traktoren und Erntemaschinen auf die Felder fahren. Oft stehen sie unter Zeitdruck", so Kucher weiter. Die Fahrzeuge seien schwer manövrierbar und ein Ausweichen sei nicht ohne Weiteres möglich. "Nach den neuen Verkehrsregeln dürfen wir mit den Traktoren die Fahrradfahrer oder Fußgänger nur mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern überholen", sagt Hubert Kucher. "Dies ist auf den schmalen Feldwegen meist gar nicht möglich. Deshalb bitten wir Landwirte darum, dass dann langsam fahrende Radler oder Fußgänger absteigen und zur Seite gehen, damit der Landwirt mit schwerem Gerät sicher vorbeikommt."

Bei der Arbeit zusehen

Allerdings möchten die Landwirte die Erholungssuchenden nicht von den Feldwegen vertreiben, betont Kucher. "Die Bürger dürfen gerne unsere tolle Kulturlandschaft in der Freizeit nutzen und uns bei der Arbeit zusehen, wir haben nichts zu verbergen", sagt Hubert Kucher.

Eine weitere Bitte der Landwirte sei es, die landwirtschaftlichen Flächen nicht zu betreten. Die Wiesen werden jetzt gemäht und als Futter fürs Vieh geerntet. Bepflanzte Getreideflächen sehen im frühen Wachstum wie grüne Wiesen aus. Das Betreten dieser Flächen könne jedoch ernste Schäden an den jungen Pflanzen und somit geringere Erträge verursachen. Grundsätzlich dürfe landwirtschaftlich genutzte Flächen während der Vegetationszeit, also die Zeit zwischen Saat und Ernte, nicht betreten und befahren werden. Es gebe ein gesetzliches Betretungsverbot für landwirtschaftliche Flächen während der Vegetationszeit. "Von einigen Mitgliedern haben wir Klagen gehört, dass Wandergruppen quer über die Wiesen gehen und diese als Abkürzungen nutzen", berichtet der Geschäftsführer des Bauernverbandes, Johannes Strauß. "Wenn da viele nacheinander gehen, entsteht ein kleiner Trampelpfad, der dann direkt zur Nutzung einlädt."

Keine Abfälle, nicht aufs Feld

Zum respektvollen und umweltbewussten Verhalten gehört es auch, keine Abfälle auf dem Feld zu hinterlassen. "Sie bergen Verletzungs- und Vergiftungsgefahren für die Tiere und können Schäden an landwirtschaftlichen Maschinen bewirken", sagt Kucher. Hundebesitzer sollten mit ihren Vierbeinern auf den Wegen bleiben und den Tieren keinen freien Auslauf auf den Nutzflächen gewähren. "Auf dem Feld buddeln Hunde gerne Löcher und können dadurch Schäden an Pflanzenbeständen und landwirtschaftlichen Maschinen verursachen", so Kucher.

Hundekot: Infektionsquelle

Viele Hundebesitzer seien sich zudem nicht bewusst, dass der Hundekot die Ernte und somit die Nahrungs- und Futtermittel verunreinige. Der Kot könne eine Infektionsquelle für zahlreiche Krankheiten sein. "Viele Spaziergänger, Fahrradfahrer und Hundehalter machen das schon richtig, das muss man auch positiv erwähnen", lobt Hubert Kucher, "Wir fordern unsere Landwirte auch regelmäßig auf, ins Gespräch mit den Spaziergängern und Freizeitsportlern zu kommen, um ihnen die Lage zu erklären", sagt Geschäftsführer Strauß. "Das schafft Verständnis und Vertrauen."

Gerne gebe der Bauernverband oder der örtliche Landwirt Einblick in die Produktion von Lebensmitteln, so Strauß.

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