Guten Morgen: Jürgen Steck  über das Mähen in Zeiten wie diesen

Betreutes Mähen

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Jürgen Steck

Er kam sich dabei immer so ein wenig vor wie John Wayne. Ja, es hatte etwas Archaisches, zutiefst Männliches. Zumindest hat er dies so empfunden, wenn er mit seinem Zweitakter durch die gerade zum Leben erwachte Frühlingswiese gebrettert ist - und den Milcherlingen gezeigt hat, wo der Hammer hängt - so wie John Wayne bösen Komantschen. Laut war er, dieser Zweitakter - und er hat gestunken, wie ein Zweitakter stinken muss.

Die Älteren erinnern sich an die Kreidler Flory, ein Mofa, das früher Freiheit bedeutet hat - und auf dem Jungmann sich ein wenig vorkam, wie John Wayne, wenn der mit seinem Cowboyhut, einem Stetson, auf dem licht behaarten Schädel in den Sonnenuntergang ritt. Jetzt ist aus dem brüllenden Zweitaktmäher ein leiser, emissionsfreier Akkumäher geworden - und Mann bekommt gesagt, welche Ecken im Garten gemäht werden dürfen und welche nicht - wegen Bienen und so. Betreutes Mähen. Da schmerzt die waidwunde Männerseele. Und er beschließt, das nächste Mal zur Mahd zumindest einen Cowboyhut aufzusetzen, einen Stetson. 

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