BI-Affalterried entsetzt über B29-Pläne

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Eine Bürgerinitiative um Sprecher Anton Kuhn (rechts) möchte den Umbau der Anschlussstelle Affalterried an die B29, wie er am Dienstag im Kreistag vorgeschlagen wird, verhindern.

Die Pläne zum Ausbau „übertreffen noch unsere schlimmsten Befürchtungen“.

Aalen-Affalterried. In der Kreistagssitzung am kommenden Dienstag steht unter anderem der Planungsentwurf des Geschäftsbereichs Verkehrsentwicklung des Landkreises für den Umbau der des Anschlusses der B29 bei Affalterried auf der Tagesordnung. Der Entwurf sorgt bei der dortigen Bürgerinitiative (BI) für große Enttäuschung, sieht man doch „die Zukunft und die Gesundheit der Anwohner mit Gewalt zerstört“. „Die Pläne übertreffen noch unsere schlimmsten Befürchtungen“, sagt der Sprecher der BI, Anton Kuhn.

Der Anschluss ist aufgrund seiner bisherigen Gestaltung mit nur einer Rampe ein Unfallschwerpunkt und soll sicherer gestaltet werden. Die vorgeschlagenen Entwürfe sehen den Ausbau mit je einer Rampe zu jeder Fahrspur der B29 mit je einer Zu- und Abfahrt in einem größeren als dem bisherigen Radius. Zudem soll zum Anschluss an die Kreisstraße Wasseralfingen nach Affalterried auf jeder Seite ein großer Kreisverkehr entstehen. Der Anschluss werde damit sicherer und der Verkehr könne zügiger fließen, schreibt die Behörde in ihrer Vorlage.

„Wir stellen uns nicht gegen eine Verbesserung, die ist nötig“, sagt Kuhn. „Aber bitte nicht auf Kosten unseres Ortes und unserer Lebensqualität.“ Die BI, in der nach Kuhns Worten über 80 Prozent der Haushalte sind, sieht die Ortsdurchfahrt bereits jetzt als überfordert, als zu schmal für derzeit rund 11 000 Fahrzeuge täglich. Dies habe eine Erhebung des Landratsamts vor rund drei Jahren ergeben. Nach dessen Prognose werden bis 2025 13 000 Fahrzeuge erwartet. Die Gehwege seien zu eng, es könnten teilweise keine zwei Personen nebeneinander laufen, die Lärm- und Abgasbelästigung sei immens. „Und das wird noch mehr, wenn die Auffahrt so umgebaut wird“, ergänzt Kuhn, denn dann sei sie noch attraktiver. Auch befürchte man in Stoßzeiten Rückstau in den Ort hinein. Zudem liege der geplante Kreisel auf der Nordseite noch näher an der Wohnbebauung, und das Geschäft des Gasthauses Waldschenke werde massiv geschädigt, weil dort Parkplätze wegfallen und die Lärmbelästigung steigen würde.

Die BI zeigt sich enttäuscht, dass Landrat Dr. Joachim Bläse entgegen seiner Zusage noch nicht zu einem Gespräch gekommen sei. Das Planungsamt habe alle Vorschläge der BI und die Unterstützung von Ortschafts- und Gemeinderäten, von Ortsvorsteherin Andrea Hatam und Oberbürgermeister Thilo Rentschler für Alternativplanungen übergangen. So habe die Stadt eine direkt an der B29 liegende Rampe ohne Kreisverkehr vorgeschlagen. „In anderen Orten wird bei weniger Verkehr eine Umfahrung gebaut“, betont Kuhn. Man hatte auch dafür einen Vorschlag inklusive einer neuen Anschlussstelle gemacht. „Wir bestehen gar nicht darauf, vielleicht gibt es bessere Lösungen, aber die jetzt vorliegende geht nur zu unseren Lasten“, sagt die BI. Jürgen Eschenhorn

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